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Deutschland in Mord an Gaddafi verwickelt? | Drucken |  E-Mail
Libyen
Samstag, den 22. Oktober 2011 um 22:37 Uhr

Gaddafi ermordet - mit Hilfe des BN?Wie das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« heute auf seiner Homepage berichtet, war Deutschland trotz der offiziellen Nichtbeteiligung tiefer in den NATO-Krieg gegen Libyen verwickelt, als bislang bekannt war. So habe der Bundesnachrichtendienst (BND) schon »seit Wochen« gewusst, wo sich der gestürzte Staatschef Muammar Al-Gaddafi aufgehalten habe. Zwar seien vom Geheimdienst keine Geodaten übermittelt worden, wo sich der Gesucht aufhalte, so der »Spiegel«, aber den »NATO-Partnern dürfte trotzdem klar gewesen sein, wo Gaddafi war«. Es sei jedenfalls nicht auszuschliessen, dass der BND direkt oder indirekt zum Bombenangriff auf den Fahrzeugkonvoi beigetragen habe, in dem sich Gaddafi befunden hatte. Dann wäre es »nicht das erste Mal, dass sich der BND in einen Krieg einmischt, an dem Deutschland offiziell nicht beteiligt ist«, erinnert der »Spiegel«. Schon 2003 hatten BND-Agenten während des Irak-Krieges die US-Aggressoren mit Informationen aus Bagdad versorgt.

Während die westlichen Medien ansonsten zumeist unkritisch die Jubelmeldungen aus Bengasi wiedergeben und sich den Feiern über den Tod eines Menschen anschliessen, wächst international die Kritik an dem mutmaßlichen Verbrechen.

In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache forderte Ecuadors Präsident Rafael Correa eine Untersuchung der Umstände des Todes Gaddafis. »Unabhängig davon, was Gaddafi getan haben mag, musste dies das libysche Volk regeln. Sie haben ihn lebend gefasst und hingerichtet, und es gibt Leute, die dies feiern«, verurteilte Correa die entsprechenden Jubelgesänge. Es müsstene auch Ermittlungen zur Ermordung von Familienangehörigen Gaddafis aufgenommen werden, forderte Correa. Er bezog sich dabei auf einen NATO-Bombenangriff am 30. April, bei dem das Haus von Gaddafis jüngstem Sohn Saif Al Arab attackiert wurde. Dabei waren drei Enkelkinder des Staatschefs ermordet worden.

Correa unterstrich dass es ihm nicht um Gaddafi gehe. »Wenn das (der chilenische Diktator) Pinochet gewesen wäre, würde ich genau dasselbe sagen. Es geht nicht um Pinochet oder Gaddafi, es geht um die Menschenrechte, die jeder Mensch hat.«

Ecuador hat zudem angekündigt, auch weiterhin den selbsternannten »Nationalen Übergangsrat« nicht als legitime Vertretung Libyens anzuerkennen.

Auch Venezuela verurteilte in einer offiziellen Erklärung die »von der NATO und ihren Verbündeten geführte Barbarei«. In einem vom Aussenministerium in Caracas verbreiten Kommuniqué heisst es, das am 20. Oktober gegen Gaddafi begangene Verbrechen sei »symbolisch für die gegen das libysche Volk durch die kolonialistischen Mächte in den vergangenen Monaten begangenen Verbrechen«.

In Südafrika traten politische Differenzen zwischen den führenden Persönlichkeiten des Landes zurück, die einmütig die Ermordung Gaddafis verurteilten. Erzbischof Desmond Tutu sagte, die Art und Weise, wie Gaddafi getötet wurde, widerspreche dem »edlen Unternehmen, eine Kultur der Menschenrechte und Demokratie in Libyen zu errichten«. Die Tötung eines Menschen sei nichts, was man feiern könne, kritisierte Tutu ausdrücklich auch die Reaktion von US-Aussenministerin Hillary Clinton.

Auch Staatspräsident Jacob Zuma sagte, Gaddafi hätte gefangengenommen werden müssen, um sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verantworten.

Der Sprecher der ANC-Jugendliga, Floyd Shivambu, würdigte Gaddafi als antiimperialistischen Widerstandskämpfer, der von den durch die NATO ausgerüsteten Rebellen ermordet worden sei. »Wie Gaddafi werden wir als wirtschaftliche Freiheitskämpfer bis zum bitteren Ende kämpfen und bereit sein, den höchsten Preis zu zahlen, um Südafrikas und Afrikas Naturressourcen für ihre rechtmässigen Eigentümer zu bewahren.«

Die russische Regierung kritisierte ebenfalls die Ermordung Gaddafis und sagte, er hätte als Kriegsgefangener gemäss der Genfer Konvention behandelt werden müssen.


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Kommentare 

 
+1 #1 2011-10-26 12:01
"Mas vale morir de pies que vivir de rod6illas."( La Psaionaria) (Lieber auf den Füßen sterben, als auf den Knien zu leben.

Dolores Ibaruri, die Leidenschaftlic he
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