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Wieder Nazi-Übergriffe in Neukölln | Drucken |  E-Mail
Berlin
Mittwoch, den 18. August 2010 um 22:33 Uhr

Zerstörte Fensterscheibe der Chile-Freundschaftsgesellschaft in Berlin-NeuköllnOffenbar im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Todes von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß haben Neonazis in Neukölln wieder zugeschlagen. Erneut wurde die Fensterfront der Chile-Freundschaftsgesellschaft »Salvador Allende« e.V. eingeschlagen. An mehreren Stellen in Neukölln ahinterließen die Nazis Wandschmierereien. Betroffen davon waren u.a. antifaschistische Projekte in der Friedelstraße, die Galerie Olga Benario in der Richardstraße sowie die Neuköllner Geschäftsstelle der Partei DIE LINKE und die Bezirksbüros von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD.

Irmgard Wurdack, Sprecherin des Bezirksvorstandes Neukölln der Partei Die Linke, erklärt dazu: »Die Nazi-Schmierereien in Neukölln bestärken uns in der Überzeugung, gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften die Kampagne „Kein Ort für Nazis!“ fortzusetzen, die in diesem Frühjahr mit einem „Langen Tag gegen Nazis“ gestartet wurde. Diese Kampagne verbindet Information über Nazis mit kulturellen Angeboten und Aktionen. Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Dafür wirkte Hitler-Stellvertreter Hess in der ersten Reihe und wurde vom Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg verurteilt.«

Es waren nicht die ersten Anschläge in Neukölln in diesem Monat. Am 1. August bemerkten Mitarbeiter einer Moschee am Columbiadamm  gegen 11 Uhr an einem Nebengebäude eine erloschene Brandquelle und alarmierten die Polizei. Bisherigen Ermittlungen zufolge hatten Unbekannte abgelegtes Material vor einem vergitterten, fast ebenerdigen Kellerfenster in Brand gesetzt. Das Feuer erlosch von selbst, so dass die Haussubstanz nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Menschen wurden nicht verletzt. Ein Brandkommissariat hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Am gleichen Tag wurde ein Ägypter in Neukölln Opfer eines rassistischen Angriffs. Der 41-jährige befand sich gegen 17 Uhr auf dem Bahnsteig der Linie 7 im U-Bahnhof Hermannplatz, als er unvermittelt von einem unbekannt gebliebene Täter mit einem Schlagstock angegriffen wurde. Zudem bedrohte der Angreifer den 41-Jährigen mit einem Messer und beleidigte ihn mit rassistischen Parolen. Der Angegriffene konnte weitere Schläge mit seinem Arm abwehren. Anschließend flüchtete der Unbekannte aus dem Bahnhof. Das Opfer wurde durch den Angriff leicht am Arm verletzt und musste ärztlich behandelt werden. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.


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Kommentare 

 
0 #1 2010-08-20 11:56
http://neukölln-gegen-nazis.de/
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