|
»Die Revolution ist stark, alles andere ist Quark!« Mit diesem Rosa-Luxemburg-Zitat wird der bekannte linke Veranstalter und Kabarettist Dr. Seltsam wie üblich die Besucher der Rosa-Luxemburg-Konferenz begrüßen und durch das Programm führen. Am Sonntag, gemütlich gegen 13 bis 14 Uhr nach der LLL-Demo beginnt dann sein neues Jahresprogramm »Dr.Seltsams Wochenschau« im Brauhaus am Südstern (Hasenheide 69), - falls es sehr kalt ist, mit Glühwein und Brunch. Gut haben es die Berliner Linken, denn weder im TV noch auf Bühnen anderswo kann man diese eigenartige Mischung aus geistvoller Information, kalauerndem Nachfragen und passender Politpunk-Musik von Detlev K. regelmäßig ansehen. Zu Gast bei der mittlerweile 230. Wochenschau ist Klaus Hartmann aus Frankfurt vom Vorstand der deutschen Freidenker, das Thema der Konferenz: Wie kämpfen wir gegen den Imperialismus? wird konkret und lustig vertieft werden. Dr. Seltsams Wochenschau findet dann weiterhin zweimal i m Monat statt, jeweils am ersten Sonntag im Brauhaus, am letzten Sonntag des Monats im BAIZ mit »Russenfilm«.
Im Verlaufe des neuen Jahres 2011 wird irgendwann zum 250. Mal die Wochenschau in Kreuzberg / Mitte zelebriert, wahrscheinlich im Sommer. Die anderen großen Themen des Jahres liefern die Gedenktage des Kalenders: 26. April: 25 Jahre Tschernobyl. Die Verantwortung für die entfesselte Atomkraft kann niemand wirklich übernehmen, der nicht verrückt ist oder von Wirtschaftsinteressen benebelt. 22. Juni: Vor siebzig Jahren begann die deutsche Industrie mithilfe von Wehrmacht und SS ihren Raubzug gegen die Sowjetunion. Damals scheiterten sie am Kommunismus des Genossen Stalin, heute sind die russischen Kapital- Oligarchen Helfershelfer beim Rauben der Bodenschätze und bei der Verarmung der Bevölkerung. 13. August: 50 Jahre Mauerbau. Diesen letzten Akt der Selbstverteidigung des Sozialismus auf deutschem Boden werden wir gebührend zu feiern wissen. Auch das Gesamtprojekt DDR als „letzter Versuch der Geschichte, aus Deutschen Menschen zu machen“ (Stein/Droste) wird weiter unserer kritischen Beleuchtung unterliegen. 11. September: Radikale Architekturkritik am World Trade Center. Autsch! Schon zehn Jahre ist es her, seit die US-Neocons mit diesem Inside-Job in Pearl-Harbour-Dimension den Anlaß für Kolonialkriege gegen Irak, Somalia, Afghanistan lieferten, die alle niemals die USA angegriffen haben, aber Millionen Kriegsopfer und zerstörte Leben zu beklagen haben.
Dazu kommen sieben Landtagswahlen in der BRD oder noch mehr, wenn die Opposition endlich ernst machen würde, sowie hoffentlich der Rücktritt von Westerwelle und das endgültige Versinken der FDP im Klo der Geschichte. Und ich hoffe auf die Herausbildung einer kämpfenden aktivistischen Linken in der Linkspartei und in Betrieben und Gewerkschaften. Außerdem treffen wir Oberst Klein, den Massenmörder von Kundus und seinen Chef.
Am 27. Januar wird in Berlin eine AMOK-Demo stattfinden gegen den im Bundestag anstehenden Beschluß zur Verlängerung des Krieges der Bundeswehr gegen das Volk von Afghanistan. Ich habe die ehrenvolle Aufgabe übernommen, auf der Demo eine Kriegshetzrede als Guttenberg verkleidet zu halten. Ich suche noch eine passende Steffi Bismarck an meiner Seite, die die Truppen zum Kochen bringt.
Verwandte Artikel:
Neuere Artikel:
Ältere Artikel:
|