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Wieder Tod in Abschiebehaft | Drucken |  E-Mail
Hamburg
Freitag, den 16. April 2010 um 21:00 Uhr

Flucht ist kein VerbrechenLaut Pressestelle des Hamburger Senats hat sich am 16. April 2010 die 34-jährige Indonesierin Yeni P. in der Teilanstalt für Frauen der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand erhängt.  Das Amtsgericht Hamburg hatte am 9. März Abschiebehaft gegen Yeni P. angeordnet. Dies ist ein weiterer Todesfall in Abschiebehaft binnen kürzester Zeit: Erst am 7. März wurde der Flüchtling David. M. nach langem Hungerstreik kurz vor seiner geplanten Abschiebung tot im Gefängniskrankenhaus aufgefunden. Auch er hatte sich erhängt.



Das Solidaritätskomitee Tayad erklärt dazu: „Dieser zweite tragische Todesfall zeigt die Unmenschlichkeit der Abschiebepraxis unter Schwarz-Grün in Hamburg. Wie viele Tote muss es noch geben, bis der Hamburger Senat Flüchtlinge, die bereits vor Elend, Krieg und Hunger geflüchtet sind, endlich menschenwürdig behandelt? Wir fordern eine umgehende Beendigung der unmenschlichen Abschiebehaft, die Freilassung aller Abschiebehäftlinge und die schnellstmögliche Aufklärung der genauen Umstände des tragischen Todesfalls. Es ist eine Schande, dass diese Praxis auch unter Schwarz-Grün fortgesetzt wird.“

Tayad erklärt weiter: „Das ist eine Bankrotterklärung für die schwarz-grüne Flüchtlingspolitik. Statt unverbindlicher Absichtserklärungen und Runder Tische muss umgehend gehandelt werden. Es müssen endlich alternative Hilfsangebote für Flüchtlinge eingerichtet werden. Flüchtlinge brauchen humanitäre Hilfe und keine Gefängnisgitter.“

 


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