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»Es sollte eine fröhliche Techno Party werden und endete entsetzlich. Bestürzung und tiefe Trauer gibt es nun, nachdem es 19 Tote und über dreihundert Verletzte bei der Love Parade in Duisburg gab. Unsere Anteilnahme und Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten. Jetzt gilt es, Raum zu schaffen zum Trauern für die Betroffenen und die ganze Stadt«, erklärt der Pressesprecher der Partei Die Linke Duisburg, Horst Werner Rook, auf der Homepage des Kreisverbandes. »Alles muss getan werden, um den Ablauf der Katastrophe genau zu untersuchen und zu klären, wer dafür die Verantwortung trägt. Eine Pressekonferenz am Sonntag im Rathaus vertuschte mehr als Klarheit zu schaffen. Dabei wurde u.a. die Zahl der Teilnehmer erheblich heruntergespielt und so getan, als wären alle Sicherheitsmaßnahmen in Ordnung gewesen.Nach den bisherigen Erkenntnissen und zahlreichen Augenzeugenberichten sowie Filmdokumenten waren jedoch keineswegs die zu Tode Gekommenen schuld an der Massenpanik. Es war dagegen unverantwortlich, 1,4 Mio. Menschen auf ein eingezäuntes Gelände einzupferchen, auf dem nur Platz für höchstens 600. 000 Menschen war.«
Unfassbar sei, so Rook, dass nur ein einziger Röhren-Zu- und Abgang durch eine Rampe im Tunnel Karl-Lehr Straße zugelassen wurde. Dort war es zu den vielen Toten und Verletzten gekommen. »Die vorher geäußerten Sicherheits-Bedanken der Stadt Bochum und von anderen wurden offenbar aus Profit- und Profilierungssucht der Stadt Duisburg in unverantwortlicher Weise ignoriert.« Die Linkspartei betont, dass die Organisatoren aus Duisburg, »der sich auf der Pressekonferenz seltsam ahnungslos gebende Oberbürgermeister Sauerland, die Einsatzkräfte der Polizei und der dafür verantwortliche Innenminister« sich einer Reihe von Fragen und Vorwürfen stellen müssen und sich nicht in Ausreden flüchten dürfen. »Die Linke erwartet, dass eine unabhängig kontrollierte Hotline für Betroffene und Augenzeugen eingerichtet wird und eine externe staatsanwaltliche Ermittlung erfolgt, wo nichts beschönigt oder vertuscht werden darf.«
Die Duisburgerin Anna Conrads, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, erinnert an die Erfahrungen aus dem Vorjahr: »Bochum war ehrlich genug, die Veranstaltung abzusagen, weil es massive Sicherheitsbedenken gab. Eine Veranstaltung zu genehmigen, bei der von vornherein klar ist, dass der Veranstaltungsort gerade für ein Drittel der Besucherinnen ausreichen wird, die noch dazu durch ein Nadelöhr geschleust werden müssen, ist unverantwortlich! Die Linke fordert eine transparente Aufklärung der Situation und personelle Konsequenzen.«
Die Duisburger Ratsfraktion der Linkspartei schreibt: »Wir waren von Anfang an skeptisch gegenüber der Durchführung einer solchen Riesenveranstaltung in Duisburg. Umsätze und Prestigegewinn haben schließlich den Ausschlag gegeben. Das vorgesehene alte Güterbahnhofsgelände war mit Blick auf Flächenbedarf, Zugangs- und Sicherungsmöglichkeiten fragwürdig. Das Sicherheitskonzept von Veranstalter und Behörden, an dem monatelang gearbeitet worden war, hat sich, bei allem, was man zu diesem Zeitpunkt sagen kann, als unzureichend erwiesen. Offensichtlich hatten sie keine ausreichende Vorstellung davon, was es bedeutet, so gewaltige Besucherströme zu lenken, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Man rechnete offiziell mit mehreren hunderttausend Besuchern. Aber seit Wochen gingen die öffentlich diskutierten Erwartungen bereits in eine Größenordnung von einer Million und mehr.«
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