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Straft forsa Beschäftigte für ver.di-Aktion ab? | Drucken |  E-Mail
Wirtschaft & Gewerkschaft
Samstag, den 31. Juli 2010 um 10:47 Uhr

ver.diNachdem ver.di für Freitag, den 30. Juli, eine Aktion beim Meinungsforschungsinstitut forsa angekündigt hatte, teilten die forsa-SupervisorInnen den Beschäftigten am frühen Abend mit, dass am selben Tag „Netzwerkreparaturen“ stattfinden und daher nicht gearbeitet werden könne und damit keine Bezahlung erfolgt.

An den beiden Standorten in Dortmund und Berlin beschäftigt forsa als InterviewerInnen ca. 700 Studierende, Rentner/innen, NebenberuflerInnen, die alle als „selbständig“ gelten. Diese erhalten ein geringes Stundenhonorar von meist 8,50 Euro und  müssen davon 1 Euro abgeben für die Einmietung an Computer und Telefon. forsa spart durch diese Vertragskonstruktion bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und einen Betriebsrat. Wenn die Beschäftigten die Toilette aufsuchen, müssen sie sich ausloggen, damit diese Zeit nicht als Arbeitszeit berechnet wird. Es ist laut und stressig. Die neu angeschafften Stühle sind für einen Arbeitsplatz nicht geeignet. Die Headsets sind oft alt und schmutzig.

„Wenn sich herausstellt, dass forsa die Beschäftigten nicht arbeiten lässt, nur weil ver.di eine Kundgebung vor dem forsa Gebäude durchführen will, dann hat das den Charakter einer kalten Aussperrung“, so Susanne Stumpenhusen, ver.di Landesbezirksleiterin für Berlin-Brandenburg.

„Wir haben natürlich keine Beweise für einen direkten Zusammenhang, aber es ist schon merkwürdig, dass forsa Netzwerkreparaturen am Abend vorher ankündigt. Normalerweise wird so etwas am Wochenende erledigt. Gestern liefen die forsa IT-Systeme jedenfalls ohne Probleme“, meint André Pollmann, Anmelder der Kundgebung und ver.di Gewerkschaftssekretär für die Kampagne „Organize forsa!“.

„Es ist schon krass, wenn forsa die Beschäftigten für eine ver.di Aktion bestrafen sollte. Die Beschäftigten haben ja keine Möglichkeit die verlorene Zeit nachzuarbeiten. Sie sind auf den Verdienst angewiesen“, so Michael Niedworok, ein Aktiver der ver.di AG Studierende.

ver.di fordert den forsa Geschäftsführer Herrn Güllner bereits seit einem Monat mehrmals zu einem Gespräch über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf. Leider hat der Geschäftsführer bisher keinen der Termine bestätigt.


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