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Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) führte über Pfingsten erneut ihr zweijährliches Fest im Kölner Jugendpark durch. Jugendliche aus ganz Deutschland nahmen an den Konzerten, Parties, Diskussionsveranstaltungen, Sportturniere und Workshops teil. Unter dem Motto »Zeit zu kämpfen, Zeit zu feiern!« bewies der Jugendverband, dass eine Einheit aus Politik und Party möglich ist. Dazu trugen neben Auftritten von etablierten- und Nachwuchs-Bands zahlreiche Gäste bundesweiter Bündnispartner und internationaler Geschwisterorganisationen bei.
Vertreterinnen und Vertreter der Kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE) berichteten vom Widerstand der griechischen Jugend gegen die Krisenpolitik der Regierung, der EU und des IWF. Dabei betonten sie die Wichtigkeit einer sozialistischen Perspektive für diese Kämpfe genauso wie für die Kämpfe Jugendlicher in den imperialistischen Hauptländern gegen die Krisenmaßnahmen ihrer Regierungen.
Neben einer Delegation des belgischen kommunistischen Jugendverbandes COMAC konnte die SDAJ Yogendra Shahibahadur, Vizepräsident des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) begrüßen, der über den Stand der Vorbereitung der Weltfestspiele der Jugend und Studierenden in Südafrika Ende des Jahres berichtete.
In zahlreichen Vortrags- und Diskussionsrunden beschäftigten sich die Teilnehmer des Festivals mit den Auswirkungen der Krise, mit dem im Juni stattfindenden bundesweiten Bildungsstreik und mit Widerstandsmöglichkeiten gegen die Bundeswehr. Bei der Abschlussveranstaltung der SDAJ-Kampagne „Bundeswehrfreie Zone“ konnte eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden. So gelang es, gemeinsam mit antimilitaristischen Bündnispartnern in den vergangenen Monaten, etliche Protestaktionen gegen die Werbeoffensive der Bundeswehr, sowie Konzerte und Veranstaltungen zu organisieren.
SDAJler aus Rostock, die an dem Treffen teilgenommen haben, berichten auf ihrer Homepage: »Wir sind gerade zurück vom Festival der Jugend und noch ziemlich erschöpft, denn wir haben einiges erlebt! Vergangenen Freitag Vormittag machten wir uns auf den Weg. Taschen gepackt, ab zum Bahnhof, Tickets geholt und los! Die Fahrt war sehr lang, aber dank guter Verpflegung, marxistischem Lesestoff und netter Gesellschaft verging die Zeit doch recht fix. Außerdem nutzen wir die weite Fahrt um SDAJ-Materialien quer durchs Land zu verteilen.Am Abend in Köln angekommen trafen wir gleich auf junge Festivalbesucher_Innen die uns, immer am Rhein entlang, zum Camp begleiteten. Das erste was wir dann sahen, war die Bühne, auf der gerade der Bandcontest stattfand. Wir errichteten unser Lager und stürzten uns ins Geschehen. Nachdem die verschiedenen Infostände zumachten, setzten wir uns in die Cocktail-Area. Die Musik war ultimativ trashing und sorgte in Kombination mit Cuba Libre für eine klasse Stimmung. Bis spät in die Nacht diskutierten wir mit neuen Bekanntschaften, nicht über Gott, aber die Welt.
Der nächste Tag bot weit mehr. Einige Veranstaltungen fanden gleichzeitig statt, so dass wir leider nicht alles miterleben konnten. Besonders hervorheben möchten wir deshalb unter anderen den Programmpunkt "Wie muss erfolgreiche antimilitaristische Arbeit aussehen?". SDAJ-Gruppen berichteten über ihre Erfahrungen und Erfolge in antimilitaristischen Aktionen und ernteten dafür viel Applaus. Wir wollen uns von diesem Mut anstecken lassen und die Kampagne "Keinen Menschen, keinen Cent & keinen Fußbreit der Bundeswehr" unterstützen. Schulen und Jobcenter sind keine Rekrutierungsanstalten! Dafür sprachen sich auch Vertreter des VVN-BdA und eines lokalen Antimilitärischen Bündnisses aus. Ebenfalls interessant und gut besucht war ein Vortrag über die Sozialismusvorstellungen der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), den ein Vertreter aus Griechenland hielt. Ein anderer griechischer Genosse berichtet über die momentanen Kämpfe in Griechenland, außerdem war die KKE mit einem Stand vertreten. Des weitern fanden Samstag statt: der Beginn des Fußballtourniers; ein Graffiti-Workshop; eine Lesung über Peter Gingold; eine Infoveranstaltung über Cuba aktuell (auch sehr geil!); Diskussionsrunde zum Bildungsstreik; Vortrag der DKP und Gewerkschaftern über die Krise; Diskussion über Betriebliche Kämpfe Jugendlicher; Workshops für Antifaschismus und die POSITION.
Nach so viel Informationen und Aktivitäten war dann wieder feiern angesagt! Es gab ein Konzert mit Auftritten von Coconut Butt, Mighty Mammut Movement und Sinan. Die regional sehr bekannten und beliebten "Mammuts" zogen am meisten Leute auf die Tanzfläche und begeistert auch uns. Anschließend war Party unter dem Motto "Electro-Beats and Politics" im großen Zelt.
Nach wenig Schlaf ging dann Sonntags das Programm weiter. Zu den Highlights gehörte ohne Frage der Poetry Slam auf dem einige SDAJler_Innen mit eigenen teils politisch-tiefgründigen, teils witzig-kreativen Gedichten das Publikum begeisterten. Hervorheben wollen wir auch die Infoveranstaltung zu den Weltfestspielen in Südafrika. Eine SDAJlerin berichtet über die vergangenen Weltfestspiele in Venezuela. Ein Land das durch seine Vergangenheit eine besonders große Kluft zwischen Arm und Reich aufweist. Es aber schafft große Fortschritte zu erzielen, dank dem bewundernswerten Einsatz der Menschen die durch staatliche Alphabetisierungskampagnen, Ausbau der demokratischen Mitbestimmung und Enteignungen von Betrieben von Ausbeutung befreit werden. Ein Repräsentant des Weltbund der Demokratischen Jugend (WFDY) berichtete über die Vorbereitungen und den großen Enthusiasmus speziell der afrikanischen Jugendorganisationen im WFDY,, zu dem auch die SDAJ gehört. Überwiegend sportlich wurde es dann beim Hamburger 5-Kampf, an dem insgesamt 14 Teams teilnahmen. Ansonsten standen folgende Punkte auf dem Tagesprogramm: Arbeiterjugend- und Schüli-Frühshoppen; eine Aufarbeitung des Bolognaprozesses aus SchülerInsicht; Filmvorführung und Diskussion zu "Streetart is not a crime", das Finale des Fußballtourniers; Vorträge über "Pro-Köln", über marxistische Hochschulpolitik heute und über Demokratieabbau. Am Abend fand die Abschlussveranstaltung statt, auf der die Antimilitarismuskampagne Schwerpunkt war. Auf SDAJ-Festen werden neue Mitglieder traditionell einzeln auf einen Tisch geholt und dann von Allen mit Jubel aufgenommen. Das war diesmal nicht möglich, die Anzahl der Neuaufnahmen war so groß dass alle nacheinander Aufgerufen wurden und sich gemeinsam auf die Tische quetschten. Auch wir als neue Gruppe mussten da durch und genossen es ehrlich gesagt sehr ;-)! Die gute Stimmung hatte keine Gelegenheit abzureißen, beim Arbeiterliederabend mit Achim Bigus kochte der Saal. Bekanntere Lieder wurden begeistert und laut mitgesungen. In den kleinsten Pausen in Achims Programm wurden sofort selbst Lieder angestimmt und Parolen gerufen. Unter anderem "Hoch die Internationale Solidarität"-Rufe, die schon bei Veranstaltungen mit ausländischen Gästen immer wieder spontan und laut auftauchten. Wer dann noch konnte, hatte die Gelegenheit auf der "Ska meets Balkan" Disco weiter zu feiern und zu tanzen.
Montag, am Abreisetag, gab es dann ein letztes mal Frühstück und Mittag für alle inklusive und Abreiseproviant. Die vielen roten Fahnen und bunt gemischten Infostände wurden abgebaut, mit lauter Musik so langsam auch der/die Letzte aus dem Zelt gelockt. Mit vielen Genoss_Innen aus der SDAJ Waterkante machten wir uns schließlich über Hamburg auf dem Heimweg. In Hamburg verabschiedeten wir uns und fuhren dann weiter nach Hause, nach Rostock. Wir hatten von einem andern Fahrgast ein 1. Klasseticket zum 2. Klasse Preis erstanden und verwirklichten so auf der Heimreise ein Stück weit Kommunismus. Zwei Armlehnen für Alle :D! Und mit so einer Leselampe ließt sich Hans Heins Holz im dunkel werdenden Mecklenburg-Vorpommern doch gleich viel gemütlicher. ;-)
Unser Fazit: viel gelernt, viel erlebt, viele coole Leute kennen gelernt - wir sind nicht allein und machen weiter!
Nächstes Jahr findet wahrscheinlich ein Regionales Camp für Nord- und Ostdeutschland statt, übernächstes dann wieder das Bundesweite. Wir informieren euch, kommt mit, habt Spaß. Wir zumindest haben für unsere "Zeit zu kämpfen" einiges mitgenommen und viel "Zeit zu feiern" gefunden.«
Quellen: SDAJ, SDAJ Rostock / RedGlobe
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mit kommunistischen Grüßen "vun der Waterkant"
SDAJ Rostock