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AntifaschistInnen beraten in Berlin | Drucken |  E-Mail
Antifa
Sonntag, den 25. Mai 2008 um 11:33 Uhr
Seit dem gestrigen Samstag tagt in Berlin unter dem Motto "Gemeinsam gegen Grundrechteabbau, Faschismus und Krieg" der diesjährige Bundeskongress der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Im Mittelpunkt der gut 160 angereisten Delegierten stehen die Auswertung der erfolgreichen Kampagne für ein Verbot der NPD (NoNPD), die Neuwahlen für den Bundesvorstand der traditionsreichen Organisation und die Planungen für die nächsten Aufgaben.
Begrüßt wurden die Vertreterinnen und Vertreter aus den Landesverbänden und Basisgruppen der VVN-BdA von Repräsentanten aus Gewerkschaften, Jugendverbänden und Parteien. Das Wort ergriffen auch ein Veteran der sowjetischen Armee, der 1945 an der Befreiung Berlins beteiligt war, und der Präsident der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Michel Vanderborght aus Belgien.

Für VVN-Bundesgeschäftsführer Thomas Willms ist eine der zentralen Herausforderungen der Organisation das allmähliche Verschwinden der Generation, die den Faschismus in Deutschland noch selbst erlebt hat: "Die Generation der Verfolgten und Gegner des Hitler-Regimes, die über sechs Jahrzehnte in Ost und West gewirkt haben, ist zahlenmäßig so stark geschrumpft, dass sich unmissverständlich die Frage nach dem Danach stellt. An ein bestimmtes historisches Ereignis gebundene Organisationen stehen immer irgendwann vor dieser Frage und die Antwort ist meist, dass mit dem Aussterben der Erlebnisgeneration auch deren Organisation stirbt. Eine glücklichere Antwort ist es, wenn Wege gefunden werden, ein kulturelles Erbe zu bilden. Wenn also wir, als Organisation mit dem Kürzel'VVN' in ihrem Namen, dieses kulturelle Erbe aufnehmen, formulieren und weitertragen wollen, steht viel Arbeit vor uns. Dies gilt umso mehr als unsere Ansprüche sogar noch höher sind. Unsere 'Alten' waren in den vergangenen 60 Jahren schließlich eminent aktive Akteure. Sie haben um das Geschichtsbild und um die zentralen Lehren aus den erlebten Verbrechen gekämpft. Sie sind eingetreten für Frieden und Demokratie und immer und immer wieder gegen alte und neue Nazis. Es ist also kein abgeklärtes Reflektieren über eine untergegangene historische Epoche, sagen wir in Form eines historischen Institutes oder ähnlichem möglich, sondern die Bildung einer durchsetzungsstarken politischen Organisation, die das kulturelle Erbe auch tatsächlich vertreten kann."

Der Bundeskongress geht heute mittag zu Ende.

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