| Nazi-Bande HDJ verboten | | Drucken | |
| Antifa |
| Dienstag, den 31. März 2009 um 12:22 Uhr |
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Bundesinnenminister Schäuble hat heute die neonazistische »Heimattreue Deutsche Jugend - Bund zum Schutz für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V.« (HDJ) verboten. Die Verbotsverfügung wurde heute Morgen zugestellt. Seither laufen in den Ländern Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen gegen führende Mitglieder der NPD-nahen Organisation. In einer Pressemitteilung begründet das Bundesinnenministerium diesen längst überfälligen Schritt mit den Worten: »Als bundesweit organisierter Jugendverband verbreitet die HDJ rassistisches und nationalsozialistisches Gedankengut. Im Rahmen scheinbar unpolitischer Freizeitveranstaltungen wird das am Nationalsozialismus orientierte Weltbild der HDJ Kindern und Jugendlichen vermittelt. In speziellen Schulungen werden bereits Kinder im Grundschulalter gezielt in „Rassenkunde“ unterrichtet. Sie werden dazu angehalten, für die „Blutreinheit“ und das „Fortbestehen des deutschen Volkes“ einzutreten. „Ausländer“ und „Juden“ werden als Bedrohung für „das deutsche Volk“ dargestellt.« Schäuble selbst sagte, mit dem heutigen Verbot werde den widerlichen Umtrieben der HDJ ein Ende gesetzt: »Wir werden alles tun, um unsere Kinder und Jugendlichen vor diesen Rattenfängern zu schützen.« Aber ist das Verbot wirklich ein Zeichen für »Entschlossenheit«, wie Schäuble behauptet. Immerhin galt die offiziell 1990 gegründete, aber erst seit 1999 in dieser Form existierende HDJ eine Nachfolgeorganisation der seit 1994 verbotenen »Wiking-Jugend«, ohne dass dies die Behörden interessierte. Größeres Medienaufsehen erregte erst im Sommer 2006 ein Zeltlager der HDJ nahe Fromhausen bei Detmold. Weiter ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückte die HDJ im Herbst 2006 mit dem Einzug des HDJ-Aktivisten und Kameradschaftsführers Tino Müller für die NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und dem Angriff auf die Journalistin Andrea Röpke und zwei Kollegen am Rande einer HDJ-Veranstaltung in Blankenfelde (Brandenburg). Im August 2008 wurde ein Zeltlager der HDJ im Landkreis Güstrow aufgelöst und auf Beschluss des Amtsgerichts Güstrow durchsucht. Dabei wurden zahlreiche Gegenstände mit Hakenkreuzen sichergestellt. Den Forderungen nach einem Vereinsverbot schlossen sich darauf alle Landtagsfraktionen Mecklenburg-Vorpommerns mit Ausnahme der NPD, die sich solidarisch mit der HDJ erklärte, und zahlreiche weitere Bundes- und Landespolitiker an. Am 9. Oktober 2008 wurden auf Veranlassung des Bundesinnenministeriums dann bundesweit Durchsuchungen bei nahezu 100 Angehörigen der Organisation durchgeführt. Noch im Februar hatte die Bundesregierung dann auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag noch geantwortet, die Auswertung der Asservate, die im Rahmen der Durchsuchungen beschlagnahmt wurden, dauerten an. Ein interessanter Artikel über die Umtriebe der HDJ erschien vor wenigen Tagen auf Netz-gegen-Nazis.de: Bitte hier klicken Neuere Artikel:
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