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Audimax der Universität Paderborn besetzt | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Dienstag, den 17. November 2009 um 11:28 Uhr

Am gestrigen Montagabend fand im Audimax der Universität Paderborn die zweite Podiumsdiskussion zwischen der Universitätsleitung und den Studierenden statt. Nach einer dreistündigen Diskussion blieben auch diesmal bedauerlicherweise viele Fragen unbeantwortet.
Noch immer ist nicht klar, wie man die entsprechenden personellen und räumlichen Ressourcen bereitstellen könne, um die steigenden Studierendenzahlen zu bewältigen und woher Gelder zur Finanzierung neuer Lehrkräften kommen sollen.

Räume wurden zwar versprochen um der laut Universitätsleitung "grenzwertigen“ Situation entgegenzuwirken, allerdings soll selbst nach allen angedachten Baumaßnahmen 2013 gerade mal Platz für 10.400 Studierende in der Regelstudienzeit bestehen. Jetzt sind bereits 14.800 Studierende in Paderborn eingeschrieben, davon lediglich 10.200 Studierende in der Regelstudienzeit. Die Abiturienten des Doppelabiturjahrganges sowie viele Studierende, die aufgrund der schwierigen Situation Ihr Studium in der knapp bemessenen Regelstudienzeit nicht schaffen, werden also in den Planungen nicht berücksichtigt.

Die Universitätsleitung macht zwar die Finanzpolitik der Landesregierung für die Unterfinanzierung verantwortlich, ging aber nicht auf Vorschläge zur konstruktiven Zusammenarbeit von Seiten der Studierenden ein, gemeinsam gegen die nicht akzeptablen bildungspolitischen Rahmenbedingungen vorzugehen. So wurde vorgeschlagen für einen Tag mit allen Studierenden und Dozenten geschlossen bei der Landesregierung in Düsseldorf für eine bessere Finanzierung der Universitäten zu protestieren. Dies wurde jedoch von Präsident Risch ohne Alternativen zu nennen kategorisch abgelehnt. Da offenbar von dieser Seite aus keine Hilfe zu erwarten ist, sahen sich einige Studierende gezwungen zu reagieren und besetzten im Anschluss das Audimax der Universität Paderborn, um ihrem Protest so Ausdruck zu verleihen. Unter anderem fordern die Studierenden weiterhin öffentliche Berichte des Prüfungsgremiums für die Qualität der Lehre, vernünftige Seminargrößen und keine Überfüllung und „Auslosung“ der Seminarplätze sowie die Anpassung der infrastrukturellen Kapazitäten der Universität an die derzeitige reale Studierendenzahl.

Dieser Protest ist friedlich und gewaltfrei. Es wurden bereits Arbeitskreise gebildet, die das weitere Vorgehen diskutieren. Bereits jetzt wurde beschlossen, dass der reguläre Universitätsbetrieb nicht gestört werden soll. Wir erklären uns zudem solidarisch mit den protestierenden Studierendenschaften weltweit, und besonders in Deutschland und Österreich. Außerdem unterstützen wir die Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks.

Aktuelle Nachrichten und Neuigkeiten zu unseren Aktionen finden Sie auf unserer Homepage: http://paderbornbrennt.blogsport.de/


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