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Castor Schottern weist Falschdarstellungen zurück: Es werden keine Menschen gefährdet und es sollen keine Züge entgleisen | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Samstag, den 06. November 2010 um 22:57 Uhr

Castor SchotternDie Kampagne Castor Schottern weist verschiedene falsche und tendenziöse Behauptungen über den Charakter der Aktion zurück. So hatte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth gestern in der Frankfurter Rundschau erklärt, ihre Partei unterstütze das Schottern nicht, weil sie nicht wollten „dass jemand gefährdet wird.“ In einem Bericht der Rheinischen Post von heute wird sogar behauptet, „radikale Atomkraftgegner“ wollten „durch Castor-Schottern in Kauf nehmen, dass Züge entgleisen können.“

Christoph Kleine, Pressesprecher der Kampagne, stellt demgegenüber noch einmal klar: „Die Aktion Castor Schottern wird niemanden angreifen und niemanden gefährden. Wir werden große, nicht zu übersehende Löcher in den Teil der Bahnstrecke machen, die an diesem Tag allein dem Castortransport vorbehalten ist. Darüber hinaus gibt es nirgendwo eine Bahnstrecke, die so akribisch kontrolliert wird wie diese.“ Weder die Tausenden TeilnehmerInnen an der morgigen Schotter-Aktion noch andere vor Ort befindliche Personen haben Grund zur Sorge, dass der Castor entgleisen könnte.

Auf dem heutigen Landesparteitag der CDU in Bonn sagte Bundeskanzlerin Merkel: "Was so harmlos daherkommt, Entschottern, das ist keine friedliche Demonstration, sondern eine Straftat." Mischa Aschmoneit, Pressesprecher der Kampagne Castor Schottern, weist in einer direkten Antwort die Anschuldigungen zurück: "Frau Merkel unterliegt einem Irrtum, wenn sie behauptet, die Kampagne käme harmlos daher. Das Gegenteil ist der Fall: Wir sind entschlossen! Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir mit vielen Menschen die Castor-Schiene unterhöhlen wollen, um den Atommüll effektiv zu stoppen. Dabei werden wir niemanden gefährden. Gefährlich ist hingegen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, die die Regierung mit allen Mitteln gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchsetzen will. Deswegen ist unser ziviler Ungehorsam legitim und notwendig." Und weiter: „Mittlerweile haben mehr als 1700 Gruppen und Einzelpersonen unsere Absichtserklärung unterzeichnet. Die Aktionsvorbereitungen im Wendland laufen auf Hochtouren und die Stimmung unter den AktivistInnen ist trotz widriger Wetterbedingungen optimistisch. Wir erwarten tausende Menschen, die in den kommenden Tagen die Castorschiene schottern wollen.“

Viele Atomkraftgegner werden am Sonntag mit der erprobten Fingertaktik zur Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg vordringen, um die Aktion „Castor? Schottern!“ durchzuführen. Tadzio Müller, ebenfalls Pressesprecher der Kampagne: „Unser Ziel ist nicht die Polizei, sondern die Schiene. Wir werden uns jedoch nicht von Polizeibarrieren aufhalten lassen, sondern diese durchfließen und überwinden. Tausende AktivistInnen werden die Schottersteine aus dem Gleisbett entfernen. Wir werden die Schiene erst wieder verlassen, wenn wir sie für den Castor unbefahrbar gemacht haben. Wir sind gekommen, um ein Loch zu machen.“ Die Aktion wird an einer Schienenstrecke stattfinden, die für den regulären Verkehr aufgrund des Castortransportes gesperrt ist.

Mischa Aschmoneit warnt die Polizei vor einer einseitigen Eskalation: „Die Polizei darf nicht gewaltsam die Interessen von vier Konzernen gegen den Willen einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung durchsetzen, die gegen die Atomenergie ist. „Castor? Schottern!“ ist eine Aktion zivilen Ungehorsams, die explizit nicht die Polizei angreift. Ein Übergriff von Polizeikräften auf  DemonstrantInnen wie in Stuttgart darf sich nicht wiederholen.“ Aschmoneit beruft sich auf einen offenen Brief mit dem Titel „Kein Zweites Stuttgart 21 beim Castor-Transport“, den 57 Personen des öffentlichen Lebens unterzeichnet haben.

Zum politischen Hintergrund der Kampagne erklärt Sonja Schubert, eine weitere Pressesprecherin von Castor Schottern: „Die Polizei wird hier zum Vollstrecker der privaten Konzerninteressen gemacht. Denn für den Atommüll sind E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall verantwortlich, die mit ihren abgeschriebenen Atomkraftwerken nun noch mehr Profite machen wollen. Deshalb müssen die Stromkonzerne enteignet und die Energieversorgung vergesellschaftet werden. Dann hätten die Menschen die rechtliche Möglichkeit, AKWs und Castortransporte endlich abzuschaffen.


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