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Räumung im Schutz der Dunkelheit | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Montag, den 08. November 2010 um 06:34 Uhr

Atomkraft Nein DankeDie Polizei hat in der Nacht mit der Räumung der Sitzblockade von rund 3 000 Atomkraftgegnern begonnen, die hinter Dahlenburg auf den Schienen ausharrten. Zuvor hatten Vertreter mehrerer Initiativen noch dazu aufgerufen, die Blockade nicht während der Dunkelheit zu räumen, wie der Castor-Blog der Tageszeitung junge Welt (http://www.jungewelt.de/blogs/castor/) berichtet. Zunächst forderte die Polizei die Demonstranten mehrmals auf, die Schienen freiwillig zu verlassen. Von den Organisatoren kam dagegen der Aufruf »Sitzenbleiben!«. Nur wenige leisteten der Polizei Folge. Daraufhin fingen die Beamten an, die Demonstranten von den Schienen zu tragen oder gar wegzuschleifen. Auch wer freiwillig ging, wurde von Beamten abgeführt.

Sie wurden zu einem großen »Freiluftgefängnis« gebracht, das die Polizei aus aneinander gestellten Fahrzeugen gebildet hatte. Die Polizei will die Gefangenen nach eigenen Angaben frei lassen, sobald der Zug die blockierte Stelle passiert hat. Es würden auch keine Personalien aufgenommen. In Dannenberg sollen die elf hochradioaktiven Castor-Behälter dann per Kran auf Tieflader gesetzt und auf der Straße ins Atommüll-Lager Gorleben transportiert werden.

Unterdessen hinderten Einsatzkräfte der Polizei Mitglieder von Greenpeace massiv daran, im niedersächsischen Dahlenburg eine Strahlenmessung des Castorzuges vorzunehmen. Anwohner des Bahnhofs Dahlenburg hatten zuvor die unabhängige Umweltorganisation gebeten, aus ihrem Haus heraus die Strahlung der Castorbehälter zu messen. Der Zug mit elf Castoren steht seit 20.03 Uhr nur zehn Meter entfernt von ihrem Haus. Ein Team um den Kernphysiker und Greenpeace-Atomexperten Heinz Smital fuhr deshalb mit den notwendigen empfindlichen Messgeräten von Dannenberg nach Dahlenburg. Dort wurde ihnen der Durchgang zum Haus nicht nur verweigert, er wurde von der Polizei auch mit körperlicher Gewalt verhindert.

In der Gefangenensammelstelle, die in einer alten Kaserne des Bundesgrenzschutzes eingerichtet wurde, verweigerte die Polizei den dorthin Abgeführten zunächst Trinken und Essen. Das habe sich nun entspannt, nachdem der dortige Einsatzleiter ausgewechselt worden sei, meldete der Castorticker.


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