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Atommüll ist unterwegs - X-tausendmal quer trotzdem zufrieden | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Dienstag, den 09. November 2010 um 10:35 Uhr

X-tausendmal querDie Kolonne der elf Castoren mit hochraadioaktivem Atommüll hat den Verladebahnhof Dannenberg verlassen und befindet sich derzeit auf Höhe Quickborn. Im Wald nahe der Strecke warten rund 500 Menschen auf eine neue Gelegenheit, die Strecke zu besetzen und den Transport noch einmal zu stoppen. Zuvor hatten rund 5000 Menschen den Atommülltransport knapp 45 Stunden lang blockieren können. Die Kampagne »X-tausendmal quer« wertet das als wichtigen politischen Erfolg. »Der entschlossene, massenhafte Protest der letzten Tage ist ein starkes politisches Signal: Die Endlagerfrage ist ungelöst, Gorleben kein geeigneter Standort und die Verlängerung von AKW-Laufzeiten lebensfeindlich«, erklärte ihre Sprecherin Luise Neumann-Cosel. »Die schwarz-gelbe Energiepolitik ist unverantwortlich und nicht durchsetzbar. Die Polizei konnte die Straße räumen, doch die Regierung kann den Konflikt nicht ausräumen.«

Sie sagte weiter: »Am Samstag haben wir mit 50.000 Menschen die bisher größte Demonstration im Wendland gegen Atomkraft erlebt. Tausende sind nach der Demo hier geblieben und haben sich mutig an gewaltfreien Aktionen beteiligt.« Von Sonntag auf Montag blockierten in der Aktion »Widersetzen« 5.000 Menschen das Castor-Gleis und ließen sich von Polizeigewalt nicht provozieren. Am Dienstag ließen sich 4.000 Menschen von der Straße vor dem Zwischenlager tragen. 1.000 von ihnen hatten zwei Nächte auf der Straße geschlafen, vor der klirrenden Kälte geschützt durch Stroh, Schlafsäcke und Rettungsdecken. Tagsüber bereiteten sie sich mit Trainings in gewaltfreiem Handeln auf die Räumung vor und hielten sich mit Tee, Suppe und Bewegung warm.

»Ich bin beeindruckt von dieser entschlossenen Gewaltfreiheit«, sagte Julian Bank, Sprecher der Initiative X-tausendmal quer, die die 45-stündige Straßenblockade organisiert hatte. »Wir blockieren nicht nur den Castor, wir blockieren die unverantwortliche Energiepolitik der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Merkel wird merken, dass auch Atommüll-Transporte nach Russland und der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken auf entschlossenen Widerstand stoßen werden, denn die schwarz-gelbe Energiepolitik zerstört eine lebenswerte Zukunft.«

Am Sonntag waren mehr als 1.000 Blockierer um 11 Uhr auf die Straße gelangt. Montagabend gegen 21.30 Uhr hatte die Polizei die Räumung angekündigt, musste den Plan dann aber aufgeben, weil ihre insatzkräfte nicht an Trecker-Blockaden vorbei kamen. Erst Dienstagmorgen um 3.17 Uhr begann die Räumung. Die Blockierer wurden einzeln aus der Blockade getragen und konnten sich zunächst anschließend wieder auf die Straße setzen. Nach viereinhalb Stunden wurde die Polizei deutlich ruppiger und schleifte Demonstranten von der Straße.Um 7.25 Uhr wurde die Letzte von der Straße getragen.


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