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Der Castor ist unterwegs - Erstmals starke Proteste in Frankreich | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Mittwoch, den 23. November 2011 um 17:30 Uhr

Atomausstieg jetzt!Einer Meldung von Castorticker.de zufolge hat sich der Atommülltransport aus dem französischen Valognes gegen 16 Uhr in Bewegung gesetzt, musste jedoch nach wenigen hundert Metern bereits wieder aufgrund von Warnsignalen stoppen. Zuvor hatte sich die Abfahrt des Zugs mit den Castorbehältern bereits verzögert, weil es erstmals bereits vor dem Beginn des Transports in Frankreich zu starken Protestaktionen gekommen war, gegen die die Polizei massiv vorging. „Sicherlich ist die Protestkultur in Frankreich eine handfestere als in Deutschland. Aber dass es überhaupt schon vor dem Start des Castor-Zuges so starke Proteste gibt, das ist völlig neu“, kommentierte dies Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.

„Der Streit um die Atomkraft geht in Frankreich erst richtig los. Und hierzulande ist er nicht vorbei, so lange noch neun Reaktoren weiterlaufen und in Gorleben ein maroder Salzstock zum Atommüll-Endlager ausgebaut wird“, so Stay weiter. „Tausende werden sich in den nächsten Tagen auf den Weg ins Wendland machen. Die Proteste gipfeln in der Großdemonstration am Samstag, zu der wir deutlich mehr Menschen erwarten, als bei den Castor-Transporten der Vergangenheit – einmal vom Ausnahmejahr 2010 abgesehen.“

Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz hat sich erneut mit Nachdruck gegen den aktuellen Atommülltransport von Frankreich nach Gorleben ausgesprochen. „Vor dem Hintergrund der Fukushima-Katastrophe kann kein Mensch verstehen, warum ohne jegliches Entsorgungskonzept weiterhin hochgefährlicher Atommüll hin- und herkutschiert wird. Einserseits soll jetzt wieder gegen den Willen der Bevölkerung ein Castor-Transport nach Gorleben rollen. Auf der anderen Seite wird in großen Mengen Uranmüll von der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage nach Frankreich geschafft“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.  Der BBU betont, dass die Atommüllverschieberei mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollzogen werden kann. Breite Massenproteste seien die konsequente und richtige Antwort. 

Empört ist der BBU über den Polizeieinsatz am französischen Abfahrtsort des Castor-Transports. Die französische Polizei hat Tränengas und Lärm-Granaten gegen Demonstratinnen und Demonstranten eingesetzt.


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