| Bolivien wählt zwischen Nationalisierungen und Neoliberalismus | | Drucken | |
| Bolivien |
| Dienstag, den 05. August 2008 um 16:30 Uhr |
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Nach Ansicht von Boliviens Präsident Evo Morales entscheiden die Wählerinnen und Wähler beim Referendum über eine vorzeitige Amtsenthebung des Präsidenten und der Gouverneure der Departments über zwei gegensätzliche Wirtschaftsmodelle. "Bei diesem Referendum geht es nicht um Evo Morales. Auf dem Spiel stehen zwei Wirtschaftsmodelle: entweder wird die Nationalisierung gefestigt oder die Neoliberalen kommen zurück", warnte Morales bei einer Kundgebung vor tausenden Anhängern in Santa Cruz. Er erinnerte daran, dass die Verstaatlichung der Öl- und Gasreserven des Andenlandes die Voraussetzung für die Unterstützung der Schulkinder in der ersten bis fünften Klasse der Grundschule ebenso gewesen sei wie für die "Rente der Würde", die an die Menschen über 60 Jahre ausgezahlt wird.
In diesem Zusammenhang kritisierte er die Kampagne des rechten "Bürgerkomitees pro Santa Cruz", das am vergangenen Sonntag ein "Hungerstreik" begonnen hat, um die "Rückgabe" der durch die Steuern auf Öl und Gas den Provinzen "entzogen" worden seien. Aus einem Teil dieser Steuererlöse werde die Rente für die älteren Bürgerinnen und Bürger bezahlt, warnte Morales. "Ich glaube, in Wahrheit machen sie keinen Hungerstreik für die Steuern, sondern gegen das Heimatland, also gegen die Nationalisierung", sagte er und erinnerte daran, dass diese Organisation die Öl- und Gasnationalisierung abgelehnt habe - nun aber die daraus resultierenden Steuereinnahmen "zurück" fordere, die jedoch eine "Errungenschaft des bolivianischen Volkes" seien. Evo Morales zeigte sich überzeugt davon, dass am 10. August der Veränderungsprozess bestätigt werde und eine schwere Niederlage für die Neoliberalen werde: "Dieser Veränderungsprozess kennt kein zurück, dieser revolutionäre Prozess ist unumkehrbar, denn das Volk weiss genau, wer diejenigen sind, die das Heimatland verkaufen". Zugleich widersprach Evo Morales Behauptungen, er werde Präfekten, die am 10. August abgewählt werden, durch Fingerzeig ersetzen. Abgewählte Präfekten würden durch direkte Wahlen bestimmt, betonte er. Unterdessen wurde bekannt, dass Mitglieder der faschistischen "Cruceñistischen Jugendunion" den regionalen Sitz der Regierungspartei Bewegung zum Sozialismus (MAS) überfallen, zerstört und geplündert haben. Die mit Steinen und Knüppel bewaffneten Schläger prügelten auf die anwesenden Mitglieder der MAS ebenso ein wie auf den zum Schutz des Gebäudes abgestellten Polizisten und schleppten Stühle, Computer und Gerätschaften fort, berichtet die staatliche Presseganetur ABI. Parteisprecher äußerten die Vermutung, dass die Faschisten die Gelegenheit ausnutzten, dass sich die meisten Funktionäre und Mitglieder der MAS zum Zeitpunkt des Überfalls bei der Kundgebung mit Evo Morales befanden. Heute erwartet der bolivianische Präsident seine argentinische Amtskollegin Cristina Fernández de Kirchner sowie den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zu einem Gipfeltreffen in Tarija. Quellen: TeleSur, ABI / RedGlobe Neuere Artikel:
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