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Brasilianische Indianer von Bewaffneten umzingelt | Drucken |  E-Mail
Brasilien
Mittwoch, den 15. September 2010 um 15:40 Uhr

Eine große Gemeinschaft von Guarani-Indigenen in Brasilien wird von bewaffneten Männern festgehalten. Die Männer wurden von Viehzüchtern angeheuert und blockieren seit einem Monat den Zugang zu Lebensmitteln und Wasser, sowie die medizinische Versorgung der Indigenen.

Die bewaffneten Männer begannen die Mitglieder der Guarani Gemeinschaft der Ypo’i zu bedrohen, kurz nachdem diese auf ihr angestammtes Land zurückkehrten, welches nun von der Triunfo („Triumph“) Ranch besetzt ist. Die Männer erlauben niemandem das Gebiet zu betreten oder zu verlassen.

Obwohl die Indigenengemeinschaft um polizeiliche Unterstützung und medizinische Hilfsversorgung gebeten hat, bleibt sie weiterhin belagert. Laut Berichten hat sich ein Team der brasilianischen Gesundheitsbehörde aus Sicherheitsgründen geweigert, die Gemeinschaft zu besuchen. Weiter wird berichtet, dass der einzige Besuch der Behörden von einem Team der brasilianischen Indianerbehörde FUNAI kam, um Nahrungspakete zu liefern. Als die Guarani von Ypo'i im Oktober des letzten Jahres versuchten auf ihr Land zurückzukehren, wurden sie gewalttätig von bewaffneten Männern angegriffen. Die Leiche eines Guarani, Genivaldo Vera, wurde später aufgefunden.

Dieser Konflikt ist nur einer von vielen, welche sich in dem südlichen Bundesstaat von Mato Grosso do Sul abspielen. Viele Guarani versuchen, kleine Teile ihres angestammten Landes zurückzugewinnen, während sich wohlhabende Viehzüchter und Farmer oft gewalttätig dagegen wehren. Der Großteil der Guarani lebt derzeit in überfüllten Reservaten oder in notdürftigen Lagern an Straßenrändern. Die Situation wurde kürzlich in dem Film „Birdwatchers“ dargestellt.

Letzten Monat richteten Anführer der Guarani einen Brief an Präsident Lula: „Sicherlich möchten Sie als ein guter Präsident dieses Landes und für die Menschheit in Erinnerung gehalten werden und nicht dafür, dass Sie unser Volk in den Untergang getrieben haben. Wenn Sie unser Land nicht demarkieren, wird dies leider fortgesetzt.“

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: „Wem die grausame Notlage der Guarani nicht bekannt ist, wird entsetzt sein, dass die Behörden zusehen, wie eine friedliche und wehrlose Gemeinschaft als Geiseln gehalten werden. Die Guarani jedoch wissen schon lange, dass ihr Land in den Händen jener Menschen ist, die zu Gewalt greifen um es zu verteidigen - und dass die Behörden oft zusehen und nichts tun.“

Quelle: Survival International / RedGlobe


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