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Späte Gerechtigkeit für Víctor Jara? |
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Chile
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Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 00:59 Uhr |
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Die chilenische Justiz hat zwei der Mörder des chilenischen Volkssängers Víctor Jara identifiziert. Die heute 54 Jahre alten ehemaligen Rekruten José Adolfo Paredes Márquez und Francisco Quiroz Quiroz, die einst zur Eskorte des Putschisten-Oberst Pedro Espinoza Bravo gehörten, wurden einer Meldung der mexikanischen Tageszeitung »La Jornada« zufolge am vergangenen Freitag nach stundenlangen Verhören offiziell verhaftet und befinden sich seither ohne Kontakt zur Außenwelt in einem chilenischen Gefängnis.
Víctor Jara war nach dem Putsch vom 11. September 1973 gegen den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende in das Stadion von Santiago de Chile verschleppt oder dort wie viele andere Unterstützer der linken Regierung misshandelt worden. Als die Soldaten den bekannten Sänger erkannten, brachen sie ihm die Finger und schlugen mit den Knäufen ihrer Gewehre auf sein Gesicht ein. Am 15. September wurde der so schwer misshandelte Víctor Jara von den Schergen der Putschisten ermordet. Nun scheint endlich Gerechtigkeit für diesen populärsten Volkssänger Chiles näher zu rücken.
Die beiden jetzt verhafteten Soldaten gehörten zu Beginn des Putsches zu den Einheiten, die die Technische Staatsuniversität stürmten und Studierende und Akademiker verhafteten und in das zum Gefängnis gemachten Stadion verschleppten.
Víctor Jaras Witwe, Joan Turner, zeigte sich gegenüber dem chilenischen Rundfunksender Radio Cooperativa erfreut über die neuen Ermittlungen: »Ein Licht der sich nähernden Gerechtigkeit wächst, das hoffe ich.« Sie spüre keine Rachegefühle gegen die Mörder ihres Mannes. »Sie mussten 37 Jahre mit der Erinnerung daran leben, was sie getan haben, und zumindest einer von ihnen ist bereits geständig«, sagte sie.
Die britische Staatsbürgerin, der erst vor wenigen Tagen auch die chilenische Staatsbürgerschaft »ehrenhalber« verliehen wurde, besuchte am Dienstag den Regierungspalast Moneda, um dort ihr Ansinnen vorzubringen, das heute nach ihrem ermordeten Ehemann benannte Stadion zu einem nationalen Museum erklärt wird. Die Regierung zeigte sich bereit, diesen Antrag zu prüfen, sagte Regierungssprecherin Carolina Tohá.
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Kommentare
A.S.
Anmerkung der Redaktion: Danke für den Hinweis! Da ist uns doch tatsächlich der 11. September 1973 (Putsch in Chile) und der 11. April 2002 (Putsch in Venezuela) durcheinander geraten. Wir haben das falsche Datum im Artikel korrigiert.