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Brutaler Angriff auf Kommunisten in Chile | Drucken |  E-Mail
Chile
Dienstag, den 13. September 2011 um 23:10 Uhr

Kommunistische Partei ChilesAm Montag, einen Tag nach einer großen Demonstration zum Gedenken an die Opfer des 11. September 1973 und der faschistischen Diktatur in Chile, starteten rechte Randalierer und Marodeure eine brutale Provokation gegen die kommunistische Partei des Andenlandes.

Sie überfielen die Büros des Zentralkomitees der KP Chiles, schlugen brutal auf anwesende Kommunisten ein, zerstörten Fenster und Einrichtungen und stahlen Mobiltelefone und andere technische Gegenstände. Sie schlugen mit Knüppeln um sich und brüllten Schmähungen gegen die Kommunisten. Der Angriff wurde am helllichten Tage von zwei Gruppen von Randalierern ausgeführt. Mitglieder der Partei, die im Hause anwesend waren, leisteten Widerstand. Vier von ihnen wurden von den Angreifern schwer verletzt.

Unmittelbar vor Beginn des Überfalls informierte die Partei die Zentrale der Carabineros und das Innenministerium. Obwohl der Überfall mehr als eine Stunde dauerte, zeigte die Polizei keinerlei Reaktion. Die Angreifer wurden schließlich von Parteimitgliedern davongejagt, die zum Schutz des Eigentums der Partei herbeigeeilt waren.

In einer Erklärung weist die KP Chiles darauf hin, daß dieser Angriff absolut kein Einzelfall ist. Erst zwei Tage zuvor war ein Büro der Partei in Iquique mit äußerster Brutalität angegriffen worden, und zwei Wochen vorher wurde ein ähnlicher Überfall aus Temuco gemeldet.

Es besteht ohne Zweifel ein enger Zusammenhang zwischen den Angriffen gegen die kommunistische Partei und den großen Mobilisierungen von Jugendlichen, Studenten, Arbeitern und Arbeitslosen in den vergangenen Wochen. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen dabei die Forderungen der Studenten nach grundlegenden Änderungen im Bildungssystem des Landes, das sie als eine der Erbschaften des Pinochet-Regimes betrachten. Trotz aller Vorschläge und Gesprächsangebote der Studenten war die Regierung bisher nicht bereit, ernsthaft über eine Änderung der Situation zu verhandeln – auch nicht, nachdem ein 16-jähriger Schüler während einer Demonstration von Polizisten erschossen worden war.

Der Angriff richtet sich eindeutig gegen die Bewegung der Studenten, deren bekannteste Repräsentantin die junge Kommunistin Camila Vallejo ist, aber auch gegen die Proteste der Gewerkschafter und der Menschenrechtsorganisationen. Die KP Chiles weist darauf hin, daß die Angriffe auf die Partei nur das Ziel haben können, die gesellschaftliche Bewegung zu stören und die Kommunisten daran zu hindern, den Forderungen des Volkes Ausdruck zu verleihen.

Auf der traditionellen Demonstration am Sonntag zum Gedenken an die Opfer der Diktatur stand die Forderung, dem Bildungssystem von Pinochet ein Ende zu bereiten, im Vordergrund. Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chiles, der Abgeordnete Guillermo Teillier, hatte zum Gedenken an die zahlreichen Opfer jenes anderen 11. September aufgerufen und dazu, die Erinnerung an die Ereignisse der 1973 errichteten Diktatur wachzuhalten. Es erfülle ihn jedoch mit Freude, zu sehen, wie »die Ideen, die damals mit brutalen Mitteln der Unterdrückung aus der Welt geschafft werden sollten, heute erneut aufblühen in den Händen und Köpfen der Jugendlichen«.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek / RedGlobe