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Kuba
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Sonntag, den 18. Juli 2010 um 10:26 Uhr |
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Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro beschränkt sich nicht mehr auf seine regelmäßigen Kolumnen, die Reflexionen des Companero Fidel, sondern tritt auch wieder öffentlich auf. In der vergangenen Woche erschien der Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution gleich mehrfach als Referent bei Veranstaltungen, zuletzt am Freitag bei einer Versammlung der kubanischen Botschafter im Außenministerium in Havanna. Das Gespräch Fidels mit den Diplomaten der Insel wurde in voller Länge in der Fernsehsendung Mesa Redonda ausgestrahlt. Dort wiederholte der sichtlich erholte Castro seine Warnungen vor einem drohenden Atomkrieg, die er auch in seinen jüngsten Kolumnen mehrfach hervorgehoben hatte. Die Menschheit sei in Gefahr, wenn der Imperialismus es tatsächlich wagen sollte, Nordkorea oder den Iran anzugreifen.
Zu Beginn verlas Fidel einen Brief an die kubanischen Botschafter, in dem er daran erinnerte, dass allein der Krieg gegen den Irak mehrere Millionen Opfer gefordert habe, davon die Mehrheit unschuldige Zivilisten. Mehr als 100.000 US-Soldaten seien in die Kriege im Irak und in Afghanistan verwickelt. Das Problem Washingtons sei, dass die USA aus diesen Ländern weder abziehen noch bleiben könnten.
Fidel erinnerte daran, dass es derzeit weltweit mehrere Atommächte mit strategischen und nicht-strategischen Waffen gibt. Die sechste dieser Mächte sei Israel, auch wenn dies von zahlreichen Quellen verschwiegen werde, so der kubanische Comandante. Zwar hätten die USA eine Welt ohne Atomwaffen vorgeschlagen, wollten diese jedoch durch konventionelle Waffen ersetzen, die aufgrund ihrer riesigen Zerstörungskraft nichts grundsätzlich an der Bedrohung ändern würden. Die Position der USA angesichts ihrer militärischen Übermacht bezeichnete Castro als "totale Diktatur des Imperiums".
Bereits am vergangenen Dienstag war Fidel als Referent im Zentrum für Weltwirtschaftsstudien in Havanna aufgetreten, wo er von dessen Direktor Dr. Osvaldo Martínez empfangen wurde. Auch hier sprach Fidel mehr als eine Stunde lang mit den Wissenschaftlern über die Kriegsgefahr im Mittleren Osten sowie über die Gefahr, die der Menschheit durch die Umweltzerstörung drohe. Die Länder Lateinamerikas müssten Wege finden, wie sie eine neue Zivilisation aufbauen können, ohne die bis heute begangenen Fehler zu wiederholen.
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