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Dort entsteht eine Revolution | Drucken |  E-Mail
Reflexionen des Compañero Fidel
Geschrieben von: Fidel Castro Ruz   
Samstag, den 26. September 2009 um 02:00 Uhr

Am vergangenen 16. Juli habe ich geschrieben, daß der Putsch in Honduras »von skrupellosen Personen der extremen Rechten geplant und organisiert worden ist, die Beamte des Vertrauens von George W. Bush waren und von diesem gefördert wurden.«



Ich habe die Namen von Hugo Llorens, Robert Blau, Stephen McFarland und Robert Callahan genannt, den von Bush im Juli und August 2008 ernannten Botschaftern in Honduras, El Salvador, Guatemala und Nicaragua, und daß diese vier der Linie von John Negroponte und Otto Reich mit ihrer finsteren Geschichte folgen.

Ich habe auf die Yankee-Basis von Soto Cano als wichtigstem Unterstützungspunkt des Staatsstreichs hingewiesen, und daß die Idee einer von Costa Rica ausgehenden Friedensinitiative dem Präsidenten dieses Landes aus dem State Department übermittelt wurde, als Obama in Moskau war und in einer russischen Universität erklärte, daß der einzige Präsident von Honduras Manuel Zelaya sei. Ich fügte hinzu, daß mit dem Treffen von Costa Rica die Autorität der UNO, der OAS und der übrigen Institutionen in Frage gestellt wurde, die sich zur Unterstützung für das Volk von Honduras verpflichtet haben, und daß das einzig Richtige sei, von der Regierung der Vereinigten Staaten das Ende ihrer Intervention und den Abzug der Gemeinsamen Einsatzkräfte aus Honduras zu fordern.

Die Antwort der Vereinigten Staaten nach dem Putsch in diesem Land Zentralamerikas war, mit der Regierung Kolumbiens ein Abkommen zu schließen, um in diesem Bruderland sieben Militärbasen wie die von Soto Cano zu schaffen, die Venezuela, Brasilien und die übrigen Völker Südamerikas bedrohen.

In einem kritischen Augenblick, als bei einem Gipfeltreffen der Staatschefs in den Vereinten Nationen die Tragödie des Klimawandels und der internationalen Wirtschaftskrise diskutiert wird, drohen die Putschisten in Honduras damit, die Immunität der Botschaft Brasiliens zu verletzen, in der sich Präsident Manuel Zelaya, seine Familie und eine Gruppe seiner Anhänger aufhalten, die gezwungen wurden, in diesem Gebäude Zuflucht zu suchen.

Es ist belegt, daß die Regierung Brasiliens absolut nichts mit der dort entstandenen Situation zu tun hatte. Es ist also unzumutbar und sogar unvorstellbar, daß die brasilianische Botschaft von der faschistischen Regierung überfallen wird, wenn diese nicht ihren eigenen Selbstmord instrumentalisieren will, um das Land einer direkten Intervention ausländischer Kräfte auszusetzen, wie es in Haiti geschehen ist, und was eine Intervention von Yankee-Truppen unter dem Banner der Vereinten Nationen bedeuten würde. Honduras ist kein weit entferntes und isoliertes Land in der Karibik. Eine Intervention ausländischer Kräfte in Honduras würde einen Konflikt in Zentralamerika schüren und würde in ganz Lateinamerika politisches Chaos schaffen.

Der heldenhafte Kampf des honduranischen Volkes, nach fast 90 Tagen ununterbrochenen Kampfes, hat die faschistische und Pro-Yankee-Regierung, die unbewaffnete Männer und Frauen unterdrückt, in die Krise gestürzt.

Wir haben das Entstehen neuen Bewußtseins im honduranischen Volk erlebt. Eine ganze Legion sozialer Kämpfer hat sich in dieser Schlacht geformt. Zelaya hat sein Versprechen gehalten, zurückzukehren. Er hat das Recht, daß er wieder in die Regierung eingesetzt wird und die Wahlen führen kann. In den kämpferischen sozialen Bewegungen zeichnen sich neue und bewundernswerte Kader aus, die in der Lage sind, dieses Volk auf den schweren Wegen zu führen, die auf die Völker Unseres Amerikas warten. Dort entsteht eine Revolution.

Die Versammlung der Vereinten Nationen kann historisch sein, abhängig von ihren Erfolgen oder Fehlern.

Die Führungspersönlichkeiten der Welt haben komplizierte Themen von großem Interesse aufgeworfen. Sie spiegeln den Umfang der Aufgaben wider, die die Menschheit vor sich hat, und wie knapp die noch verfügbare Zeit ist.

Übersetzung: André Scheer, Tageszeitung junge Welt

 

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