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OAS bestätigt Verletzung der Souveränität Ecuadors | Drucken |  E-Mail
Ecuador
Donnerstag, den 06. März 2008 um 12:38 Uhr
(ABN/RedGlobe) Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wertet die kolumbianische Militäroperation am vergangenen Samstag als eine "Verletzung der Souveränität und der territorialen Integrität Ecuadors sowie der Prinzipien des Völkerrechts", vermied aber eine ausdrückliche Verurteilung Kolumbiens. Das geht aus einer Erklärung des Ständigen Rates der Organisation hervor, der auf Antrag Ecuadors zu einer Sondersitzung zusammengekommen war.  Ein Treffen der Außenminister des amerikanischen Kontinents soll am 17. März in Washington Lösungen für die Krise suchen. Vorbereitet wird diese Konferenz durch eine Kommission unter der Leitung des OAS-Generalsekretärs José Miguel Insulza, die den Ort der Ereignisse besuchen und Empfehlungen ausarbeiten soll.
Ecuadors Präsident Rafael Correa zeigte sich im Mittwoch in der venezolanischen Hauptstadt Caracas erfreut über die Resolution, war mit ihr aber nicht zufrieden. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez lobte Correa den "guten Willen" der Organisation, indem sie die Verletzung der Souveränität Ecuadors anerkannt habe, betonte aber zugleich, dass dies noch nicht das Ende sein könne. Auch die Bildung einer Kommission durch die OAS begrüßte der Präsident: "Die Kommission ist willkommen, damit sie das Massaker und die geplante Aggression gegen die Souveränität Ecuadors bestätigt."

Zugleich schloß er ein Abkühlen der Krise nach der Veröffentlichung der OAS-Erklärung aus: "Das wird sich nicht abkühlen, solange der Aggressor nicht verurteilt ist, solange Ecuador nicht die Genugtuung erhält, die es angesichts der Verletzung seiner Souveränität verdient hat". Wenn die OAS Kolumbien nicht verurteile, werde das ecuadorianische Volk sie "mit seinen eigenen Mitteln" einfordern, wofür dann die OAS und die internationale Gemeinschaft die Verantwortung trügen.

Die von beiden Regierungen scharf zurückgewiesenen Anschuldigungen Kolumbiens gegen Ecuador und Venezuela, die FARC unterstützt zu haben, machten es unmöglich, "mit einem Subjekt Beziehungen zu haben, der seine Glaubwürdigkeit vor aller Welt verloren hat", betonte Correa. "Ecuador ist durch eine kriegerische Regierung, einen Aggressor, bombardiert worden. Seine Lügen brechen zusammen. Erst wollten sie den Angriff auf unsere Souveränität leugnen, dann erkannte sie sie an. Angesichts dessen wollen sie aus Angeklagten Ankläger machen", sagte der ecuadorianische Präsident mit Blick auf die von Bogotá aufgestellten Behauptungen, auf einem Computer, der Raúl Reyes gehört habe, seien Beweise für enge Beziehungen Correas und Chávez' mit der Guerrilla gefunden worden. Kolumbiens Präsident Uribe und sein Verteidigungsminister Juan Manuel Santos wollten Ecuador und die ganze Welt belügen, deshalb könne sein Land keine Beziehungen "mit dieser Art von Regierung haben", betonte Correa, der zugleich unterstrich, dass die Beziehungen zwischen den Völkern Ecuadors und Kolumbiens "ewig" seien.
 

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