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Rafael Correa: Lateinamerika braucht eine Organisation ohne USA | Drucken |  E-Mail
Ecuador
Samstag, den 08. März 2008 um 22:29 Uhr
Für Ecuadors Präsident Rafael Correa ist eine der Schlußfolgerungen des überraschenden Durchbruchs während des gestrigen Gipfeltreffens in Santo Domingo, dass Lateinamerika eine eigene Organisation Amerikanischer Staaten, aber ohne die USA brauche. Die Schnelligkeit, mit der man während des Treffens der Rio-Gruppe einen Durchbruch erzielt habe, zeige die Entschlossenheit der Staatschefs der Region, selbst die Probleme in Lateinamerika zu lösen.
Während des Treffens in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik habe man bereits von der Schaffung einer Organisation Lateinamerikanischer Staaten gesprochen, hob Correa hervor. Das zeige, dass die Schwierigkeiten bei der Problemlösung "immer" von den Vereinigten Staaten verursacht würden. Einige Staatschefs hätten ihm gegenüber zugegeben, dass sie Anrufe aus Washington erhalten hätten, damit sie nicht die Position Ecuadors unterstützten.

Zugleich unterstrich Correa, dass die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kolumbien einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Es sei schwierig, das Vertrauen in seinen kolumbianischen Amtskollegen Álvaro Uribe zurückzugewinnen, räumte der ecuadorianische Präsident ein. Er werde sich vor der Aufnahme von Schritten zur Wiederherstellung der Beziehungen mit Venezuela koordinieren und einen Zeitplan aufstellen, kündigte er in seiner wöchentlichen Radioansprache an.

Bereits zuvor hatte Staatsminister Fernando Bustamante angekündigt, dass die Beziehungen nicht sofort wieder aufgenommen werden. "Es muß noch ein diplomatischer Prozess durchlaufen werden", sagte er.

Die ecuadorianische Regierung hatte die diplomatischen Beziehungen zu Ecuador am vergangenen Montag abgebrochen, nachdem kolumbianische Truppen auf das Staatsgebiet Ecuadors eingedrungen waren und dort ein Lager der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) angegriffen hatten. Dabei waren der FARC-Comandante Raúl Reyes und bis zu 22 weitere Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen bis zu einem Dutzend mexikanischer StudentInnen, die offenbar für eine Studie mit Reyes zusammengetroffen waren.
 

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