| Rafael Correa will Auslandsschulden nicht zahlen | | Drucken | |
| Ecuador |
| Montag, den 24. November 2008 um 03:39 Uhr |
|
Ecuador hat rund ein Drittel seiner bestehenden Auslandsschulden für illegal erklärt, nachdem eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission insbesondere eine Reihe von 2012, 2015 und 2030 auslaufenden staatlichen Schuldverschreibungen kritisiert hatte. Wie Präsident Rafael Correa ankündigte, will seine Regierung nicht nur die Schuldigen für die "Ausplünderung" Ecuadors suchen und bestrafen, sondern auch versuchen, die "nicht legitimierte, korrupte und illegale" Auslandsschuld nicht zu begleichen.
Bis September hatte die Auslandsverschuldung Ecuadors die Summe von 10,605 Milliarden Dollar erreicht, von denen mehr als 3,8 Milliarden auf die fragwürdigen Schuldverschreibungen entfallen. Der zwischen 1976 und 2006 angehäufte Schuldenberg habe dem Finanzsektor und den transnationalen Konzernen genutzt und ganz offensichtlich den Interessen des Landes geschadet, kritisierte Correa. Insbesondere beim Umtausch verschiedener Arten von staatlichen Wertpapieren sei es zu schweren Unregelmäßigkeiten gekommen, kritisiert der Bericht. So habe der Rechnungshof auf eine Kontrolle des Finanzgebarens der Regierung verzichtet. Deshalb seien ganze Finanzoperationen wie die 2005 erfolgte Ausgabe von 2015 auslaufenden Schuldverschreibungen illegal gewesen. Generell stellte die Kommission fest, dass zwischen 1976 und 2006 mit jedem unterzeichneten Schuldvertrag das Gesetz gebrochen worden sei. Finanzministerin María Elsa Viteri kündigte an, dass die Regierung vor dem 15. Dezember eine klare Entscheidung treffen und bis dahin "alle Optionen" prüfen werden. Zu diesem Datum müsste Ecuador die suspendierten Zinsen sowie zusätzlich weitere 31 Millionen Dollar Zinsen für Wertpapiere auszahlen, die an diesem Tag auslaufen. Präsident Correa kündigte an, dass sich für die aufgedeckten Unregelmäßigkeiten frühere Minister ebenso verantworten müssten wie internationale Investmentbanken wie die in der Citigroup aufgegangenen Salomon Smith Barney und die JP Morgan. Sprecher beider Banken wollten die Vorwürfe nicht kommentieren. Neuere Artikel:
Ältere Artikel:
|
