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Rafael Correa schickt US-Diplomat nach Hause | Drucken |  E-Mail
Ecuador
Montag, den 09. Februar 2009 um 10:12 Uhr
Ecuadors Präsident Rafael Correa hat am Sonnabend sein Außenministerium aufgefordert, innerhalb von 48 Stunden einen Attaché der US-Botschaft in  Quito, Armando Astorga Junior, auszuweisen. Die USA müssten zur Kenntnis nehmen, dass Ecuador »keine Kolonie der Vereinigten Staaten« sei, kritisierte der Staatschef das Verhalten des nordamerikanischen Diplomaten, der versucht hatte, die Stellenvergabe in der Polizei des südamerikanischen Landes zu beeinflussen.

Wie aus einer Mitteilung auf der Homepage des Präsidenten hervorgeht, habe Astorga die »logistische Unterstützung« der für die Bekämpfung der Schmugglerei zuständigen Einheit der ecuadorianischen Polizei für beendet erklärt, weil die Beamten nicht bereit gewesen seien, die Neubesetzung von Stellen mit der Botschaft zu »koordinieren«. »Nicht sie wählen das Personal aus, sondern wir als souveränes Land tun das«, betonte Correa.

Der Präsident setzte auch die finanzielle Unterstützung der US-Botschaft in Höhe von mehreren Hunderttausend US-Dollar für die Polizei des Landes aus: »Herr Astorga, behalten Sie Ihr schmutziges Geld. Wir brauchen es nicht. Hier herrschen Souveränität und Würde«, betonte Correa. Die Polizei wurde angewiesen, alle Gerätschaften zurückzugeben, die sie von der US-Botschaft erhalten hätten: »Sie sollen ihre Sachen behalten. Ecuador braucht keine Wohltätigkeit von niemandem!«.

Zugleich schlug Correa vor, den USA jährlich 160.000 Dollar zu spenden, um damit Projekte zu finanzieren, mit denen man die Folter in Gefängnissen wie Guantánamo verhindern könne.

Am Sonntag bestellte Ecuadors Außenminister Fander Falconí US-Botschafterin Heather Hodges ein und übermittelte ihr auch offiziell die Empörung seiner Regierung über die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ecuadors. Eine Ausweisung des Attachés scheint hingegen nicht mehr notwendig zu sein. Wie Agenturen melden, ist Astorga bereits im Januar im Rahmen der üblichen Personalrotation in der Botschaft nach Washington zurückgekehrt.
 

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