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Ecuador stimmt ab - Wahlsieg von Rafael Correa erwartet | Drucken |  E-Mail
Ecuador
Sonntag, den 26. April 2009 um 12:02 Uhr
Nachdem im vergangenen September bei einer Volksabstimmung die neue Verfassung Ecuadors mit großer Mehrheit angenommen wurde, stehen in dem südamerikanischen Land heute Wahlen auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung an. Neben der Wahl der 124 Parlamentsabgeordneten, 221 Bürgermeister, 46 Präfekten und Vizepräfekten sowie von 1581 Kommunalabgeordneten steht vor allem die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten im Mittelpunkt des Interesses.

Einer gestern von der kubanischen Agentur Prensa Latina verbreiteten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Market zufolge könnte der seit Anfang 2007 amtierende Präsident Rafael Correa bereits in der ersten Runde wiedergewählt werden, was in der Geschichte Ecuadors bislang beispiellos ist. Der Umfrage zufolge führt Correa mit 51,7 Prozent deutlich vor dem früheren, 2005 gestürzten Präsidenten Lucio Gutiérrez, der auf 27,3 Prozent kommt. Der Bananen-Magnat Álvaro Noboa, der als reichster Mann Ecuadors gilt, kommt mit 13 Prozent nur auf den dritten Platz, während die frühere Abgeordnete Martha Roldós auf 4,1 und die unabhängige Kandidatin Melba Jácome auf 1,7 Prozent kommen. Die drei übrigen Kandidaten Carlos Sagñay, der Sozialdemokrat Carlos González und der Sozialist Diego Delgado können demnach froh sein, wenn sie die Marke von einem Prozent erreichen.

Der Umfrage zufolge dürfte sich bei der Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Quito der Kandidat von Correas »Alianza País, Augusto Barrera, durchsetzen, während Guayaquil in der Hand des Oppositionellen Jaime Nebot bleiben dürfte.

Correa hat im Wahlkampf angekündigt, nach seiner Wiederwahl den Aufbau eines »Sozialismus des XXI. Jahrhunderts« weiter vorantreiben zu wollen. In den wenig mehr als zwei Jahren seiner Amtszeit ist es Correa bislang gelungen, eine Verfassunggebende Versammlung wählen zu lassen, die ein neues Grundgesetz für das Land ausarbeitete. Correa stellte sich gegen die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens mit den USA und kündigte die Schließung der US-Militärbasis in Manta an. Engen Schulterschluß suchte er mit dem von Venezuela und Cuba geführten alternativen Staatenbündnis ALBA, auch wenn Ecuador dieser Allianz bislang nicht beigetreten ist.

Vor einem Jahr wurde Ecuador Opfer eines militärischen Überfalls durch Kolumbien, bei dem einer der führenden Comandantes der kolumbianischen Guerrilla FARC, Raúl Reyes, ermordet wurde. Bis heute sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Quito und Bogotá unterbrochen.

Die Kommunistische Partei Ecuadors (PCE) und zahlreiche weitere linke Organisationen des Landes unterstützen die Wiederwahl Correas und warnt vor einer vom State Department in Washington ausgehenden Verschwörung gegen die sozialistische Regierung Ecuadors.

 

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