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Ein Jahr vor der Wahl: FMLN-Kandidat in Umfragen vorn | Drucken |  E-Mail
El Salvador
Samstag, den 05. April 2008 um 00:55 Uhr
Knapp ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in El Salvador hat der Kandidat der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN), Mauricio Funes, gute Chancen, als Sieger aus der Abstimmung am 15. März hervorzugehen. Das haben mehrere Umfragen in dem mittelamerikanischen Land ergeben. So stimmten bei einer Umfrage von fünf Radiostationen 78 Prozent der AnruferInnen für Funes, nur 21 Prozent unterstützten den Kandidaten der rechten ARENA.
Dieses kaum repräsentative Ergebnis wird auch von der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CID-Gallup Latinoamérica untermauert. Das Institut geht davon aus, dass Funes doppelt so viele Stimmen erreichen wird wie der ARENA-Kandidat. Mit 60 Prozent ist der FMLN-Kandidat dieser Umfrage zufolge der populärste Politiker des Landes, deutlich vor dem gegenwärtigen Präsidenten Elías Antonio Saca, der auf 50 Prozent Zustimmung kam. 42 Prozent der Befragten äußerten, dass die FMLN regieren solle, während nur 31 Prozent dies über die ARENA sagten.

Funes kündigte an, bei einem Wahlsieg am kommenden 15. März im Interesse aller Schichten des Landes regieren zu wollen. Als Schwerpunkte seiner Politik nannte er Transparenz, den Kampf gegen die Korruption und den Kampf gegen die Armut und die hohen Lebenshaltungskosten.

Die FMLN wurde 1980 als Zusammenschluß von vier linken Organisationen gebildet, darunter die Kommunistische Partei El Salvadors. Sie kämpfte gegen das von den USA unterstützte Regime, das brutal gegen alle oppositionellen Bewegungen vorging und Kopfgelder auf Bauern, Intellektuelle und "kommunistische" Priester aussetzte. Nachdem am 24. März 1980 der Erzbischof von San Salvador, Óscar Romero, von rechten Todesschwadronen ermordet worden war, griff die FMLN zu den Waffen und führte bis 1992 einen Guerrillakrieg gegen das Regime. Nach Abschluß eines Waffenstillstandsvertrages wandelte sich die FMLN in eine politische Partei um. Bei der letzten Präsidentschaftswahl am 21. März 2004 kam der mittlerweile verstorbene FMLN-Kandidat Shafik Handal auf 35,6 Prozent.

Rechte Kräfte wollen einen Wahlsieg der Frente offenbar gewaltsam verhindern. Wie die FMLN informiert, wurde am vergangenen Mittwoch ein Anschlag auf den Bezirksbürgermeister von San Vicente, Rigoberto Saravia verübt. Vier Schüsse trafen das Fahrzeug, in dem Saravia unterwegs war. Dieser konnte jedoch unverletzt entkommen. Die FMLN hat Polizei und Generalstaatsanwaltschaft deshalb aufgefordert, schnell und gründlich die Ereignisse zu untersuchen.

Quelle: FMLN / RedGlobe
 

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