| FMLN warnt vor Wahlbetrug | | Drucken | |
| El Salvador |
| Donnerstag, den 12. März 2009 um 09:05 Uhr |
|
Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in El Salvador hat die in den Umfragen führende Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) Belege für geplante Manipulationen der bisherigen rechten Regierungspartei ARENA vorgelegt. Der Sprecher der früheren Guerrilla, Sigfrido Reyes, legte der Öffentlichkeit als Beweis den Fall der nicaraguanischen Staatsangehörigen Alba Estela Rodríguez vor, die in dieser Woche von der Provinzverwaltung Usulután einen salvadorianischen Personalausweis auf den Namen Astrid Massiel Bermúdez erhalten habe. Dies sei ein unwiderlegbarer Beweis dafür, wie ausländische Staatsangehörige schnell und illegak zu Staatsangehörigen El Salvadors erklärt würden, damit sie an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen können.
Die FMLN kündigte an, diese Vorgänge den internationalen Wahlbeobachtern der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Europäischen Union (EU) vorzulegen. Reyes erklärte weiter, dass seine Partei seit Tagen Hinweise darauf erhalte, dass verdächtige Autobusse mit Bürgern aus Nicaragua, Honduras und Guatemala in El Salvador eintreffen, deren Insassen teilweise bereits im Beseitz salvadorianischer Ausweise sind. »Wir dürfen nicht zulassen, dass Ausländer das Schicksal unseres Landes entscheiden«, warnte der FMLN-Sprecher. Bereits bei den Kommunal- und Parlamentswahlen im vergangenen Januar sei es zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten gekommen, sagte Reyes. So seien Personen unrechtmäßig von der Wahl ausgeschlossen worden, während bei anderen darauf verzichtet wurde, ihren Daumen nach der Stimmabgabe mit Tinte zu markieren. Teilweise sei das Wahlgeheimnis verletzt worden oder hätten sich bewaffnete Personen in den Wahllokalen aufgehalten. Die FMLN habe eine harte Arbeit geleistet, um eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen und die Respektierung des Wählerwillens zu garantieren. »Die Bevölkerung ist müde von vier ARENA-Regierungen. Die Frente Farabundo Martí hat Chancen zum Sieg, aber wir müssen die Stimmen verteidigen«, sagte Reyes. Auch die Salvadorianer selbst rechnen offenbar mit Wahlbetrug. Bei einer Umfrage des Fernsehsenders Canal 21 unter 4000 Personen sagten 3800, bei der Abstimmung werde betrogen. Am kommenden Sonntag sind 4,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger El Salvadors aufgerufen, den nächsten Präsidenten des mittelamerikanischen Landes zu wählen. Die Wahl entscheidet sich zwischen dem Kandidaten der FMLN, Mauricio Funes, und dem ARENA-Kandidaten Rodrigo Ávila. |
