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Tausende verabschiedeten Zelaya | Drucken |  E-Mail
Honduras
Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 15:57 Uhr

Manuel Zelaya in Santo DomingoTausende Menschen haben gestern am Flughafen der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa den vor sieben Monaten gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya verabschiedet. Dieser hatte die brasilianische Botschaft in Honduras verlassen, nachdem ihm der gestern in sein Amt eingeführte neue Staatschef von Putschisten Gnaden, Porfirio Lobo, freies Geleit zugesichert hatte. In Begleitung des dominikanischen Präsidenten Leonel Fernández reiste Zelaya, dessen reguläre Amtszeit ebenfalls gestern geendet hatte, als Ehrengast in die Dominikanische Republik.



Am Flughafen kündigten Sprecher der Nationalen Widerstandsfront an, den Kampf um ein demokratisches Honduras fortzusetzen. »Der Kampf des Volkes, der Kampf des Widerstandes, ist ab jetzt auf die Übernahme der Macht gerichtet«, erklärte ihr Koordinator Juan Barahona, und die 25jährige Studentin Sara Ávila ergänzte:  »Wir wollen soziale Veränderungen, wir wollen, daß das Volk die Macht übernimmt und auch, daß unser Präsident möglichst bald zurückkehrt«.

Vor der Abreise Zelayas und der Amtsübernahme Lobos hatte der Oberste Gerichtshof, der selbst seinen Beitrag zum Putsch geleistet hatte, die angeklagten Putschmilitärs freigesprochen. Der Vorsitzende des Gerichts, Jorge Rivera, verteidigte die gewaltsame Verschleppung Zelayas nach Costa Rica als » nationales Notstandsgebot«. Der damalige Präsident war mit vorgehaltener Waffe zur Ausreise genötigt worden. Bertha Oliva vom Komitee der Angehörigen Festgenommener und Verschwundener in Honduras (COFADEH) sieht in dem Urteil einen Versuch, »den Putsch zu legalisieren«.


 


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