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Ein Jahr danach: Kein Ende des Widerstands |
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Honduras
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Dienstag, den 29. Juni 2010 um 09:40 Uhr |
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Trotz eines massiven Militär- und Polizeiaufgebots sind gestern in Tegucigalpa und anderen Städten Honduras' tausende Menschen auf die Strasse gegangen, um ein Jahr nach dem Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya für eine Rückkehr zur Demokratie und die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung zu demonstrieren. Zu den Aktionen hatte die Nationale Widerstandsfront (FNRP) aufgerufen, ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, linken Organisationen, Menschenrechtsvereinigungen und Feministinnen, das sich vor einem Jahr spontan gebildet hatte. Der frühere Präsidentschaftskandidat Carlos H. Reyes kritisierte das Aufgebot der Uniformierten: »Sie wollen die Bevölkerung einschüchtern, aber wir Honduraner dürfen keine Angst haben.«
Aus der Dominikanischen Republik wies der vor einem Jahr gestürzte Präsident Manuel Zelaya den USA die Verantwortung für den Staatsstreich zu. Die Intervention Washingtons sei auch verantwortlich dafür, dass Honduras bislang keine Versöhnung der verfeindeten Lager erreicht habe, sagte er dem lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur. Bereits am Montag hatte er in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung »junge Welt« erklärt: »Ich habe einen Sechs-Punkte-Versöhnungsplan vorgelegt, der die Respektierung der Menschenrechte und das Ende der Straffreiheit verlangt. Das ist der korrekte Weg, um zu einem Rechtsstaat zurückzukehren. Mit ihrer unflexiblen und extremistischen Position, den Putsch straffrei zu lassen, unterstützen die Vereinigten Staaten und ihre kreolischen Verbündeten diesen Plan nicht und tragen auch nicht zur Versöhnung bei. Im Gegensatz zu dem, was wir gehofft hatten, ignoriert das State Department das Verbrechen, das es vorher verurteilt hat, spricht nur von einer »politischen Krise« und erklärt öffentlich, daß es von der offensichtlichen Immunität und den Privilegien, die die Putschisten genießen, nichts wisse.«
Auch die antiimperialistische Staatengemeinschaft Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA), der Honduras bis zum Putsch angehört hatte, erinnerte in einer offiziellen Erklärung an den Jahrestag. Sie verurteilte die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in dem zentralamerikanischen Land und drückte dem Widerstand leistenden Volk ihre Solidarität aus.
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