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Honduras aktuell

Verjagt mit Schüssen, begrüsst mit Applaus | Drucken |  E-Mail
Honduras
Sonntag, den 29. Mai 2011 um 00:10 Uhr

Manuel Zelaya»Vor zwei Jahren wurde er mit Schüssen verjagt, heute wird er mit Applaus begrüsst - José Manuel Mel Zelaya!« Der Tochter des 2009 gestürzten Präsidenten, Xiomara Hortenzia alias »La Pichu«, war die Bewegung anzumerken, als sie ihrem Vater vor Tausenden begeisterten Menschen das Mikrofon reichte. Zuvor hatte sie die Vereinbarung verlesen, die ihr Vater mit dem gegenwärtigen honduranischen Staatschef Porfirio Lobo unterzeichnet hatte. Ihre Betonung war eindeutig, so dass das juristisch formulierte Papier deutlich wurde: Die Verfassung des Landes wird geändert, damit eine Volksabstimmung über die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung durchgeführt werden kann. »Wir haben auf keinen einzigen Punkt unserer Forderungen verzichtet«, unterstrich auch Zelaya.



Mit dem für ihn charakteristischen Hut auf dem Kopf dankte Zelaya den Staatschefs Lateinamerikas, an erster Stelle Venezuelas Präsident Hugo Chávez, für die Unterstützung im Kampf gegen die Putschisten. Er forderte, die Sanktionen gegen Honduras aufzuheben: »Wenn der Staatschef Lobo dem Volk seine Rechte zurückgibt, muss die internationale Gemeinschaft Honduras seine Rechte zurückgeben!« Zugleich forderte Zelaya die Rückkehr seines Landes in die Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) - »die Türen der ALBA stehen Honduras offen!«

 

Begleitet wurde Zelaya bei der Kundgebung unter anderem von Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro und der kolumbianischen Menschenrechtsaktivistin Piedad Córdoba. Dieser ergriff ebenfalls das Wort und brachte Hochrufe auf das freie Honduras und das bolivarische Venezuela sowie den Präsidenten Chávez aus, aber auch auf ihren eigenen Präsidenten Santos aus, gefolgt von einem kräftigen: »Nieder mit dem Imperialismus!«

Anschliessend ergriff noch einmal Zelaya das Wort: »Es ist unglaublich, hier bei euch sein zu können. Seit dem Putsch sind erst 23 Monate vergangen, ich habe geglaubt, nie wieder zu euch zurückkehren zu können!«

 
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