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Santos regiert Kolumbien | Drucken |  E-Mail
Kolumbien
Montag, den 21. Juni 2010 um 06:45 Uhr

Juan Manuel SantosJuan Manuel Santos von der Regierungspartei »de la U« ist der neue Präsident Kolumbiens. Nach Auszählung von 99,91 Prozent der Stimmen liegt der frühere Verteidigungsminister mit 69,05 Prozent der abgegebenen Stimmen klar vor seinem Konkurrenten von der Grünen Partei, Antanas Mockus, der nur auf 27,52 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag mit unter 45 Prozent sehr niedrig, was wohl zum einen auf die Übertragung der Fussball-Weltmeisterschaft als auch auf einen entsprechenden Aufruf des linken Alternativen Demokratischen Pols (PDA) zurückzuführen sein dürfte.

Ariel Sánchez von der kolumbianischen Wahlbehörde bedauerte die zweithöchste Wahlenthaltung bei einer Stichwahl in der Geschichte des südamerikanischen Landes.

Am 7. August wird Präsident Álvaro Uribe das Amt an seinen Nachfolger übergeben. Er selbst konnte nicht wieder antreten, nachdem sein Versuch, dies durch eine weitere Verfassungsänderung doch noch zu ermöglichen, vom Verfassungsgericht ausgebremst worden war.

Juan Manuel Santos ist Politiker, Journalist und Ökonom und entstammt einer der reichsten Familien Kolumbiens, der auch das wichtigste Druckerzeugnis des Landes gehört, der Verlag der Tageszeitung »El Tiempo«. Unter dem damaligen Präsidenten César Gaviria wurde Santos Außenminister. 2005 machte ihn Uribe zu seinem Wahlkampfchef und anschliessend zum Verteidigungsminister. Unter seiner Verantwortung überfielen kolumbianische Truppen Ecuador und griffen ein im Grenzgebiet befindliches Lager der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) an. Dabei wurden FARC-Sprecher Raúl Reyes und mehrere mexikanische Studenten ermordert.


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