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Richterin lehnt Freilassung von Pérez Becerra ab |
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Kolumbien
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Freitag, den 17. Juni 2011 um 11:42 Uhr |
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Der Journalist Joaquín Pérez Becerra bleibt in Haft. Am gestrigen Donnerstag lehnte die zuständige Richterin einen Antrag der Verteidigung ab, den schwedischen Staatsbürger freizulassen, weil die gegen ihn von der Anklage vorgebrachten Beweise ungültig seien. Diese hatte sich in dem Haftbefehl ausschliesslich auf Dokumente bezogen, die angeblich auf den Computern des am 1. März 2008 ermordeten FARC-Comandante Raúl Reyes gefunden wurden. Diese waren aber im Mai vom Obersten Gerichtshof Kolumbiens für nicht verwertbar erklärt worden. Die Richterin erklärte nun jedoch, es sei noch nicht der Augenblick in diesem Prozess gekommen, die Legalität der Beweise zu prüfen. Zuerst müsse die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift vorlegen.
Diese hat angekündigt, neben den Computerdateien auch über »weitere Beweise« zu verfügen. Damit scheint das einzutreten, was Pérez Becerras Rechtsanwalt Ramiro Orjuela vor wenigen Tagen im Gespräch mit der deutschen Tageszeitung »junge Welt« befürchtete: »Da es keine anderen Beweise gibt, könnte die kolumbianische Regierung auf betrügerische Weise neue beschaffen. Das ist etwas, was in Kolumbien sehr häufig passiert.« Dazu könnten gekaufte Zeugenaussagen gehören, erklärte der Jurist.
In Schweden, wo der Prozess gegen Pérez Becerra aufmerksam verfolgt wird, demonstrierten zahlreiche Menschen am Donnerstag vor der kolumbianischen Botschaft und dem Aussenministerium in Stockholm für die sofortige Freilassung ihres Landsmannes.
Joaquín Pérez Becerra war im April bei seiner Einreise in Venezuela von den dortigen Behörden verhaftet und in einem Schnellverfahren an Bogotá ausgeliefert worden. Das Verhalten der venezolanischen Regierung hatte zu heftigen Protesten geführt.
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