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Sandinist Daniel Ortega gewinnt Präsidentschaftswahl |
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Nicaragua
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Montag, den 07. November 2011 um 12:21 Uhr |
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Daniel Ortega hat die Präsidentschaftswahl in Nicaragua klar gewonnen. Vorläufigen Zahlen des Obersten Wahlrates (CSE) nach Auszählung von gut 29 Prozent der Stimmen zufolge erreichte der Amtsinhaber und Kandidat der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) 63,93 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete demnach Fabio Gadea von der Unabhängigen Liberalen Partei (PLI) mit 29,09 Prozent. Abgeschlagen auf dem dritten Platz landete Expräsident Arnoldo Alemán von der Liberalen Konstitutionalistischen PArtei (PLC), der auf gerade einmal 6,27 Prozent kam.
3,4 Millionen Menschen in Nicaragua waren am Sonntag dazu aufgerufen gewesen, nicht nur den Staatschef und seinen Vizepräsidenten, sondern auch die 90 Abgeordneten der Nationalversammlung und 20 Vertreter für das Zentralamerikanische Parlament zu bestimmen. Die Wahlbehörde hob den ruhigen Verlauf der Abstimmung und die hohe Beteiligung hervor.
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Kommentare
Von Deutschland aus betrachtet, hört sich der Diskurs der Frente sicherlich sehr antiimperalisti sch und fortschrittlich an, aber im Land merkt man schnell, dass er doch sehr hohl geworden ist. Es sind hohle Versatzstücke, Worthülsen sozialistischer und zunehmend christlicher Herkunft.
Ich würde mich über einen Zwei-Drittel Erfolg einer wirklich linken Partei freuen, wenn er sauber zustande kommt. Aber leider hat "KPdSU" recht: Die Wahlen wurden von langer Hand im Voraus und zielstrebig manipuliert:
- Die Wahlrechtänderu ngen als Folge des Paktes mit Alemán, die es Ortega erlaubten, mit nur gut einem Drittel der Stimmen 2006 Präsident zu werden.
- Auch, wenn die Rechte immer wieder in diese Kerbe haut: Die Kandidatur Ortegas verstößt eindeutig gegen die nicaraguanische Verfassung. Innerhalb von Stunden entschied der Oberste Gerichtshof, dass das Wiederwahlverbo t gegen den Gleichheitsgrun dsatz aller BürgerInnen verstieße. Denn alle dürften theoretisch in diesem Jahr kandidieren, nur der arme Ortega nicht.
- Die FSLN hat systematisch alle staatlichen Einrichtungen für ihren Wahlkampf benutzt. Jedes Gesunheitszentr um, fast alle staatlichen Fahrzeuge von der Ambulanz bis zum Müllwagen waren Werbung für die Frente behangen. Staatliche Fahrzeuge wurden benutzt, um Leute zu den Kundgebungen zu kutschieren.
- Bei den Kommunalwahlen 2008 gab es Wahlbetrug.
- Über die Parteibüros der Frente wurden Personalausweis e zugestellt an Leute, die als Sandinistas eingestuft wurden. Eine Aufgabe, die dem Obersten Wahlgerichtshof obliegt. Denn ohne Personalausweis kann niemand wählen. Tausende von Wählern haben keinen Ausweis bekommen.
- In wie weit es beim Wahlprozess an sich am Sonntag Fälschungen gab, kann ich noch nicht beurteilen.
Abgesehen davon, greift die Vetternwirtscha ft um sich.
Bueno, Ortega ist ein Radieschen: Außen rot - innen weiß.