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Einheitsfront in Venezuela
Venezuela
Samstag, den 05. April 2008 um 13:19 Uhr
Bei einem Treffen in Caracas haben die vier wichtigsten Parteien des bolivarischen Lagers in Venezuela vereinbart, einen "Patriotischen Pol" der Kräfte zu bilden, die den revolutionären Prozess in dem südamerikanischen Land unterstützen. Damit greifen die Organisationen eine Initiative des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez auf, der nach dem Scheitern seiner Bemühungen, alle bolivarischen Partei unter dem Dach der PSUV zu vereinen, eine Neuauflage des Bündnisses angeregt hatte. Unter dem Namen "Patriotischer Pol" hatte sich 1998 ein heterogenes Bündnis zusammengefunden, dass die erfolgreiche Präsidentschaftskandidatur Chávez' unterstützte.
An dem Treffen am Donnerstagabend (Ortszeit) in Caracas nahmen der Erste Vizepräsident der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), Alberto Müller Rojas, der Organisationssekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV), Carlos Aquino, der Generalsekretär der Partei Heimatland für alle (PPT), José Albornoz, und der Generalsekretär der Wahlbewegung des Volkes (MEP), Eustoquio Contreras, teil.

Im Gespräch mit der kommunistischen Wochenzeitung "Tribuna Popular" sagte Aquino, er schätze das erste Treffen der vier Parteien als sehr erfolgreich ein. Es sei in einer "sehr positiven, sehr offenen, sehr ehrlichen" Atmosphäre verlaufen. Das Treffen sei nur der Beginn eines Prozess zur Vereinheitlichung der revolutionären Volksbewegung in Venezuela, sagte Aquino: "Unsere Perspektive ist, dass der Patriotische Pol echte Schritte zur organischen Herausbildung aller antiimperialistischen Kräfte auf nationaler und kontinentaler Ebene geht", so der führende Repräsentant der venezolanischen Kommunisten.

Die vier Parteien seien sich einig gewesen, dass ihr Bündnis nicht auf die bevorstehenden Regionalwahlen beschränkt sein dürfe, sondern sich auf alle Ebenen des politischen Lebens erstrecken müsse, um als Koordinationsinstanz  zu einer Vertiefung der Revolution und zu ihrer Verteidigung gegen die inneren und äußeren Feinde des Prozesses beizutragen.
 
Carlos Aquino hob die weitgehende Übereinstimmung unter den beteiligten Kräften hervor: "Wir haben gemerkt, dass es ein riesiges Maß an Übereinstimmung gibt. Bei einigen Punkten wußten die beteiligten Kräfte nicht einmal, dass wir uns so einig sind".

Wichtigste Arbeitsschwerpunkte des Patriotischen Pols seien die von der Regierung vorangetriebene Bildungsreform, die einen leichteren Hochschulzugang und neue Lehrpläne an den Schulen anstrebt. Mit Blick auf die im Herbst bevorstehenden Regionalwahlen kamen die Parteien überein, dass die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten unter dem Dach des Bündnisses erfolgen solle. Zunächst solle die programmatische Seite ausgearbeitet werden, um auf dieser Grundlage die besten Repräsentanten der revolutionären Kräfte auswählen zu können. Der Großteil des Wahlprogrammes solle bis zum 1. Mai ausgearbeitet sein, vereinbarten die Parteien.

Der Patriotische Pol soll zunächst wöchentlich tagen. An den Treffen, die jeden Mittwoch stattfinden sollen, werden die Generalsekretäre oder ein ständiger Vertreter jeder Partei teilnehmen, um die Kontinuität der Diskussionen zu sichern. (Venezuela aktuell)

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