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Chávez kündigt Verstaatlichung der Zementwerke an
Venezuela
Samstag, den 05. April 2008 um 14:23 Uhr
Venezuela wird die von früheren Regierungen privatisierte Zementindustrie des Landes verstaatlichen, die sich bislang mehrheitlich in den Händen mexikanischer Konzerne befindet. Das kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstagabend (Ortszeit) an. In einer über alle Rundfunk- und Fernsehsender ausgestrahlten Ansprache forderte Chávez, die Zementindustrie müsse dem sozialistischen Weg folgen: "Wenn die Reichen ihre Häuser bauen wollen, können sie das tun, aber sie müssen die anderen respektieren." Ziel der venezolanischen Regierung sei es, allen Venezolanerinnen und Venezolanern würdige Wohnungen zu garantieren, sagte Chávez.


Finanzminister Rafael Isea seinerseits kündigte an, die Entschädigung der Zementunternehmen für die Verstaatlichung werde im Einklang mit den geltenden Gesetzen erfolgen: "Die Zahlungen erfolgen, nachdem die Einhaltung der nationalen Gesetze überprüft wurde, also ob die Unternehmen Steuern und Gehälter bezahlt haben, eventuelle Schulden der Unternehmen bei den Arbeitern oder Umweltschäden, die einige Unternehmen in den Jahren ihrer Tätigkeit angerichtet haben könnten." Der Prozess werde vom venezolanischen Vizepräsidenten Ramón Carrizales und den zuständigen Ministerien und öffentlichen Einrichtungen koordiniert, fügte Isea hinzu. Die offizielle Mitteilung an die Unternehmen über ihre Verstaatlichung sollte noch am gestrigen Freitag erfolgen.

Der wichtigste Zement- und Betonhersteller Venezuelas ist der mexikanische Cemex-Konzern, der drei Werke mit einer Produktionskapazität von 4,6 Millionen Tonnen Zement im Jahr betreibt, was einem Marktanteil von 52 Prozent entspricht.

Chávez erinnerte daran, dass die grossen Zementfabriken Venezuelas durch den Kapitalismus privatisiert worden seien. Sie müssten nun verstaatlicht werden, damit sie in Unternehmen der gesellschaftlichen Produktion umgewandelt werden können. Der Präsident hatte sich in der Vergangenheit wiederholt darüber beschwert, dass die offiziellen Wohnungsbauvorhaben durch den Zementmangel im Land verzögert wurden. Dieser Mangel wurde dadurch verursacht, dass die Zementfabriken den größten Teil der Produktion ins Ausland exportierten.
 
Das mexikanische Außenministerium kündigte sofort an, die Interessen mexikanischer Unternehmen in Venezuela verteidigen zu wollen. Venezuelas Botschafter in Mexiko, Roy Chaderton, wurde in das Außenministerium einbestellt, um die Hintergründe der Regierungsentscheidung zu erläutern. (Venezuela aktuell)
 

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