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Es ist kaum zu glauben wie die Medien über den derzeitigen Konflikt in Südamerika zwischen Venezuela und Kolumbien berichten. Die NZZ schreibt zum Beispiel "Nach Drohgebärden von Venezuelas Staatschef Chávez: Kolumbien bemüht sich um Entspannung" Das Problem dabei ist, dass der Streit zwischen den beiden Ländern von Kolumbien ausgelöst wurde.
Wie so oft hat die Staatsführung von Kolumbien Venezuela beschuldigt FARC und ELN Rebellen in ihrem Staatsgebiet zu tolerieren. Die vorgelegten Beweise waren mehr als zweifelhaft. Zum Beispiel wies die Bolivarische Presseagentur aus Kolumbien darauf hin, daß einige der präsentierten Fotos bereits 2007 auf ihrer Homepage veröffentlicht worden seien und in Kolumbien aufgenommen wurden. Es ist möglich und sogar wahrscheinlich, dass sich im Grenzgebiet zu Kolumbien Rebellen befinden. Dies ist jedoch schon seit Jahrzehnten so. Kolumbien und auch deren Nachbarländer schaffen es nicht die Grenzen, die im Dschungel verlaufen, komplett zu kontrollieren. Anstatt sich zu bemühen, dass die Rebellen das Land nicht verlassen, will Kolumbien den Konflikt internationalisieren und andere Länder in den Bürgerkrieg hineinziehen. Oft liest man auch in "unserer" Presse, dass der venezolanische Präsident Hugo Chávez ein Medienspektakel inszeniert um von "innenpolitischen Problemen" abzulenken. Es stimmt, dass im September eine wichtige Wahl für Chávez stattfindet, aber laut neuen Umfragen liegt die Regierungspartei in Führung. Unvorteilhaft ist dieser Konflikt für die Regierungspartei bei den Wahlen im September sicher nicht. Das weiß auch die Führung. Außer acht gelassen wird aber, dass die kolumbianische Regierung ebenfalls unter Druck steht. Zwar stehen gerade keine wichtigen Wahlen an, aber mehrere Vorfälle bringen den derzeitigen Staatschef in ein schiefes Licht: So hat der Oberste Gerichtshof Kolumbiens die Generalstaatsanwaltschaft des Landes aufgefordert, Ermittlungen gegen Tomás Uribe, den ältesten Sohn des scheidenden Staatschefs Álvaro Uribe, aufzunehmen. Er soll mehreren Abgeordneten des Kongresses Vergünstigungen versprochen haben, wenn sie einer Verfassungsänderung zustimmten. Außerdem wurden rund 200 Kilometer südlich von Bogotá im Gemeindebezirk La Macarena ein Massengrab mit ca. 2000 Leichen gefunden. Verantwortlich dafür war das Militär. Laut Angaben des Militärs handelt es sich bei den Leichen "jedoch nur" um Guerilla-Kämpfer, die in den letzten Jahren umgekommen sind. Menschrechtsgruppen vermuten unter den Opfern der Staatsführung etliche Zivilisten. Ebenso wurden in den letzten 3 Monaten acht Aktivisten der linken Oppositionspartei "Alternative Demokratische Pol (PDA)" getötet. Das sind - meiner Meinung nach - genug triftige Gründe um ein Ablenkungsmanöver zu starten. Dass sich die venezolanische Regierung über die Entwicklung Sorgen macht ist verständlich. Auch, dass sie dahinter eine Kriegsgefahr sieht ist klar. Schon 2004 wurden in Caracas mehr als 100 kolumbianische Paramilitärs in venezolanischen Armeeuniformen verhaftet, als sie einen bewaffneten Aufstand vorbereiteten. Nach Angaben des ehemaligen Direktors für Informationstechnologie des kolumbianischen Geheimdienstes DAS, Rafael García, plante der kolumbianische Geheimdienst neben der Ermordung von Hugo Chavez und seinen damaligen Vizepräsidenten José Vicente Rangel, auch die Ermordung von Innenminister Jesse Chacón und Generalstaatsanwalt Isaías Rodríguez, sowie Aktionen in Venezuela, die zum Ziel hatten, die Wirtschaft des Landes zu stören und die Bevölkerung zu verunsichern. Von kolumbianischer Seite seien an den Vorbereitungen der damalige kolumbianische Innenminister Fernando Londoño, der Chef des Geheimdienstes Jorge Noguera, ein Kommandant der rechtsradikalen Paramilitärs und ein kolumbianischer Staatsanwalt beteiligt gewesen. Auch der Putsch 2002, gegen den venezolanischen Präsidenten, wurde nachweislich von den Vereinigten Staaten (der Hauptverbündete Kolumbiens) unterstützt.
Übernommen mit freundlicher Genehmigung von redblog
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Kommentare
1. Kritische Medien wurden in Venezuela nicht abgeschalten oder gleichgeschalte n. Man braucht sich nur einmal die Medienlandschaf t anschauen. Die meisten Medien in Venezuela sind kritisch zu der Regierung.
2. Der außenpolitische Konflikt wurde durch Kolumbien und nicht Venezuela geschürt.
@jokg
1. Stichhaltige Argumente konnte Kolumbien nicht vorbringen. Es gab nur alte Fotos, die man schon lange im Netz findet und Google Maps Screenshots!
2. Kolumbien hat Venezuela vorgeworfen, dass sie die Rebellen von FARC und ELN auf ihrem Staatsgebiet duldet. Chávez erklärte daraufhin, dass auch wenn sich Rebellen im Land befinden sollen diese nicht von der Regierung geduldet werden. Außerdem befinden sich im Grenzgebiet mobile Lager der FARC oder der ELN. Diese sind kaum zu schnappen weil sie andauernd den Standort wechseln. Das ist ja das komplizierte an einem Guerilla-Krieg
3. Auch im grenzgebiet von Ecuador, Brasilien und Peru findet man FARC und ELN Rebellen. Darüber ärgert sich Kolumbien anscheinend nicht. Zumindest bei Peru...
WANN (in welchem Zeitlichen Kontext),
WIE (in welchem Sinnzusammenhan g, aber auch in welchem Tonfall) und
WO die Information an die Öffentlichkeit gelangt.
Wenn, wie sie selbst sagen, FARC Lager in Venezuela so sicher seien, wie das Amen in der Kirche, und diese wahrscheinlich sich dort nicht erst seit gestern befänden, dann darf man sich doch fragen warum das ausgerechnet JETZT für Kolumbien ein solches Problem darstellt!
Zweitens hätte man, wenn man an einer kooperativen Lösung interessiert wäre, doch auch bilaterale Gespräche mit dem Nachbarstaat aufnehmen können, anstatt ihn mit infamen Beschuldigungen (Venezuela unterstütze direkt die FARC) vor einem internationalen Gremium verbal anzugreifen.
Bitte noch einmal zum Mitschreiben, bevor Sie hier wieder die Wahrheit verdrehen: In dieser Angelegenheit hat die konservative Regierung Kolumbiens das Säbelrasseln angefangen!
Die Frage ist doch ganz einfach: Gibt es FARC Lager in Venezuela? Wenn es sie denn gibt, darf man das auch sagen? Kolumbien behauptet dies und belegt es mit stichhaltigen und keineswegs zweifelhaften Argumenten.
Selbst sie SEAVERS sagen, dass eine FARC Ansammlung im venezuelanische n Grenzgebiet aufgrund topografischer Gegebenheiten nicht zu verhindern sei. Nach meiner Schlussfolgerun g ist die Behauptung über FARC Lager in Venezuela daher mit hoher Wahrscheinlichk eit richtig und somit eine Tatsachenbehaup tung.
Erklären Sie mir doch bitte warum Chavez diese Tatsachenbehaup tung als Anlass nimmt über Krieg zu sprechen. Sind Sie SEAVERS etwa der Meinung, dass man die Wahrheit nicht aussprechen darf. Wenn ja, erklären Sie mir das bitte.
Bitte vorher etwas mehr Informationen einholen, bevor man so einen Unsinn verzapft!
1. Es gibt immer noch eine (Über-) macht an privaten Medien in Venezuela, die mit teilw. unschönen Verleumdungskam pagnen gegen die prosoziale Chávez-Administration hetzten. Es wurden lediglich auf Grund formaler Fehler Sendelizenzen nicht verlängert; eine wie ich finde noch sehr elegante legale Art sich gegen die schmutzige neoliberale, die Interessen der (ehemaligen) Oligarchie und des (ausländischen) Kapitals vertretende Kriegsführung des privaten Segments der "vierten Macht" im Staate zu wehren.
2. Kolumbien hat mittels Fotos, die auch nach Aussage von (unabhängigen) Experten zumindest zweifelhaft bis nicht beweiskräftig sind, angefangen Venezuela anzuklagen.
Aber selbst wenn sich dort FARC-Lager befänden, würde es mich angesichts der enormen Länge der Grenzlinie in tw. extrem schlecht zugänglichen Gebieten nicht verwundern.
Es ist primär ein kolumbianisches Problem und Venezuela hat sich bisher mediatorisch in dem Konflikt angeboten zu helfen und auch erfolgreich getan. Es war die konservative Regierung Uribe (u. jetzt seines Nachfolgers Santos), die nicht auf den friedlichen Weg setzen, sondern den Weg des Krieges und des Todes wählen.
3. Die Militärausgaben von Venezuela sind immer noch unterdurchschni ttlich und die militärische Kampfkraft ist selbst zusammen mit Ecuador weitaus geringer als die des hochgerüsteten Kolumbien. Außerdem haben die USA in Kolumbien kürzlich mehrere Militärbasen eingerichtet. Wie würden Sie es denn finden, wenn z.B. Nordkorea in Weißrussland oder Algerien ein paar Militärbasen einrichten würde. (Dämliches Beispiel, ich weiß, aber manchmal kann ein Perspektivenwec hsel einfach mal helfen.)