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Venezuela aktuell

Washington attackiert Venezuela
Venezuela
Mittwoch, den 25. Mai 2011 um 15:01 Uhr

Nicolás Maduro und Rafael RamírezDas US-amerikanische Aussenministerium hat Unternehmen in Venezuela, Israel den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und Monaco ins Visier genommen und Sanktionen verhängt, weil sie Geschäfte mit dem Iran betrieben haben sollen. In erster Linie treffen die Sparmassnahmen den staatlichen venezolanischen Erdölkonzern PDVSA. Dieser bekommt künftig keine Aufträge der Administration in Washington und keine Lizenzen für von den Behörden kontrollierte Technologie mehr. Erdöllieferungen Venezuelas an die USA sind davon jedoch nicht betroffen.

Die venezolanische Regierung hat auf die Sanktionen aus Washington mit E,pörung reagiert. Man behalte sich die »am meisten angemessene Reaktion auf diese imperialistische Aggression« vor, die das Völkerrecht und die Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen verletzte, sagte Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro gegenüber Journalisten.

Neben PDVSA steht auch die israelische Ofer Group auf der schwarzen Liste des State Department, ein milliardenschwerer Mischkonzern, der unter anderem Logistik- und Verkehrsunternehmen betreibt, aber auch an Israels größtem privaten Fernsehsender Arutz 2 beteiligt ist. Das israelische Unternehmen weist die Vorwürfe aus Washington jedoch zurück und erklärt, man habe dem Iran niemals Schiffe verkauft.

Caracas verteidigt hingegen die Geschäftsbeziehungen mit der Islamischen Republik. »Da dieses Land frei ist, verkaufen wir Erdöl an wen wir wollen«, sagte Parlamentsvizepräsident Aristóbulo Istúriz während einer Debatte der Nationalversammlung in Caracas. In einer von der linken Parlamentsmehrheit verabschiedeten Resolution heisst es, das Vorgehen der US-Administration sei ein »in der Geschichte der bilateralen Beziehungen zwischen den USA und der Bolivarischen Republik Venezuela beispielloser feindlicher Akt«. Ausdrücklich unterstützt das Dokument auch die von Präsident Hugo Chávez betriebene unabhängige Außenpolitik, in deren Rahmen Beziehungen mit den Ländern des Südens, darunter dem Iran, entwickelt worden seien, die auf »gegenseitigem Nutzen, Brüderlichkeit und Solidarität« beruhten.

Venezuelas Erdölminister Rafael Ramírez unterstrich: »Klar ist, daß wir uns nicht angreifen lassen. Wir werden nicht zulassen, daß eine imperiale Macht uns Vorschriften diktiert«, unterstrich Ramírez. Venezuela werde die OPEC einschalten, da die verhängten Sanktionen nicht nur ein Angriff auf sein Land, sondern die gesamte Organisation Erdölexportierender Länder sei. Zugleich warnte der Minister, daß die Politik Washingtons zu weiteren Preissteigerungen beim schwarzen Gold führen könne. »Wenn der internationale Markt, wenn die großen Konsumenten Stabilität auf dem Erdölmarkt wollen, dürfen sie die großen Produzentenländer nicht destabilisieren. Wenn sie den Irak besetzen, den Iran angreifen, einen Krieg in Libyen anheizen, Venezuela attackieren, dann kann es natürlich keine stabilen Erdölpreise geben.«

Präsident Chávez selbst hatte spontan über den Internetdienst Twitter reagiert. »Sanktionen gegen das Heimatland Bolívars? Auferlegt durch die imperialistische Gringo-Regierung? Na dann, willkommen, Mr. Obama! Vergiß nicht, daß wir die Söhne von Bolívar sind!«


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