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Fidel Castro kritisiert Benachteiligung kubanischer Sportler | Drucken |  E-Mail
Beijing 2008
Dienstag, den 26. August 2008 um 12:51 Uhr

Fidel Castro: Die Goldmedaille für ihr Ehrgefühl
Der langjährige kubanische Präsident Fidel Castro hat in seiner jüngsten, gestern von den kubanischen Medien veröffentlichten Reflexion scharf das Verhalten der Schiedsrichter während der Olympischen Spiele in Beijing kritisiert. "Ich bin nicht verpflichtet, bezüglich der Mafia Schweigen zu bewahren", schreibt Fidel und kritisiert konkret die Benachteiligung kubanischer Athleten bei Boxen und Taekwondo. Gerade bei letzteren Wettkämpfen war es in Beijing zu einem Eklat gekommen, als der Olympiasieger von 2000, Angel Matos, den Ringrichter getreten hatte, weil er sich von diesem um den Sieg betrogen sah. Der Wettkampf war beim Stand von 3:2 Punkten für den Kubaner abgebrochen und sein Gegner zum Sieger erklärt worden, weil er eine Verletzungspause überzogen haben soll. Während Matos und sein Trainer, Leudis Gonzalez, lebenslang gesperrt wurden, erklärt ihnen Fidel seine "vollkommene Solidarität". Er schreibt auch davon, dass versucht worden sei, Trainer Gonzalez zu kaufen.

Zugleich warnt Fidel vor den in vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London drohenden Gefahren: "Dort wird es europäischen Chauvinismus, Schiedsrichter-Korruption, 'Raub von Muskeln und Köpfen', unbezahlbare Kosten und eine starke Dosis Rassismus geben. Man kann nicht einmal den Traum hegen, dass London solch einen Grad an Sicherheit, Disziplin und Enthusiasmus zu Wege bringen wird, wie es Beijing erreicht hat."

Hinsichtlich der Leistungen der kubanischen Sportlerinnen und Sportler in Beijing ist Fidel voll des Lobes, räumt aber zugleich ein: "Wir haben uns auf unseren Lorbeeren ausgeruht". Es müsse genauer geprüft werden, welche Mittel für den Sport als Mittel zur Gesundheitsversorgung und welche für den Leistungssport ausgegeben werden. "Wenn wir nicht mehr außerhalb des Landes an Wettkämpfen teilnehmen würden, würde das nicht das Ende der Welt bedeuten", schreibt der Comandante, spricht sich aber zugleich dafür aus, weiterhin auch international an Wettkämpfen teilzunehmen.

Die vollständige Reflexion veröffentlichen wir hier.
 

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