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Nigerianischer Flüchtlingsaktivist in Abschiebehaft im Hungerstreik | Drucken |  E-Mail
Antifa
Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 11:27 Uhr

Kevin IkechukwuVor zwölf Jahren floh Kevin Ikechukwu aus einem nigerianischen Gefängnis. Als Aktivist gegen den Wahlbetrug und gegen die Inhaftierung des demokratisch gewählten Kandidaten Chief M.K.O. Abiola war Ikechukwu in das Visier der staatlichen Sicherheitskräfte geraten. 1993 wurde er zum ersten Mal verhaftet und gefoltert. Später wurde er erneut inhaftiert. 1997 nach seiner Flucht aus dem Gefängnis ersuchte er in Deutschland Asyl. Er wurde nach Eisenach in Thüringen zugewiesen. Dort begann er mit »The VOICE Africa Forum« und der »Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen« zu arbeiten. Insbesondere die politischen Flüchtlinge aus Nigeria betrieben zu dieser Zeit eine sehr intensive Öffentlichkeitsarbeit gegen die Verbrechen der Regierung, für die Unterstützung der politischen Gefangenen und der demokratischen Kräfte in Nigeria.


Wie in anderen Fällen auch wurde Kevin Ikechukwu das Asylrecht verweigert, seine Anträge abgelehnt. Im Jahr 2002 wurde die Abschiebung vorbereitet. Diese wurde aufgrund der gesundheitlichen Situation Herrn Ikechukwus ausgesetzt. Die Ablehnung der deutschen Behörden seine Fluchtgründe anzuerkennen und die Gefahr für sein Leib und Leben im Falle einer erzwungene Rückführung brachten Herr Ikechukwu nach Irland. Seine damalige deutsche Freundin heiratete ihn dort im Jahr 2003 und er kehrte im Zuge der Familienzusammenführung nach Deutschland zurück. Im Jahr 2005 kam es zur Trennung, worauf Ikechukwu die Aufenthaltserlaubnis entzogen wurde. Erst nach zweijähriger Ehezeit hätte er einen eigenständigen Aufenthaltstitel haben können. Seit dieser Zeit begannen erneut die Bestrebungen der Ausländerbehörde – diesmal der Hamburger – Kevin Ikechukwu aus Deutschland abzuschieben.

Am 25.11. 2009 fand im Flüchtlingslager in Halberstadt einer der berüchtigten Botschaftsanhörungen zur Ausstellung von Dokumenten zur Abschiebung statt. Kevin Ikechukwu wurde zwei Tage vor diesem Termin festgenommen, dort vorgeführt und befindet sich seitdem in Abschiebehaft.

Aus einigen unglücklichen Umständen heraus sind die Informationen über seine Festnahme und seine Situation erst spät bekannt geworden. Die »Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen« konnte Herrn Ikechukwu am 23.12. 2009 besuchen. Sein psychischer und physischer Zustand ist sehr bedenklich. Kevin Ikechukwu hat permanent starke Kopfschmerzen. Dieser Krankheitszustand tritt schon seit vielen Jahren in mehr oder wenig starker Intensität auf. Er erhält verschiedene starke Schmerzmittel. Herr Ikechukwu leidet unter gefährlich hohem Bluthochdruck. Insgesamt ist die gesundheitliche Situation sehr schlecht.

Kevin Ikechukwu hat am 21.12. 2009 aus Protest gegen die drohende Abschiebung einen Hungerstreik begonnen. Die Abschiebehaft ist bis zum 04.01.2010 festgesetzt. Herr Ikechukwu hat gegen die Abschiebehaft Widerspruch eingelegt. Er braucht dringenden Schutz vor der Abschiebung. Die »Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen« ruft deshalb zur Solidarität und zur Unterstützung auf.

Adresse:
Kevin Ikechukwu
z.Zt.: JVA Billwerder
Dweerlandweg 100
22113 Hamburg

Besuchszeiten: Mittwochs 15:15 bis 17:15 (Einlass: 14:45 bis 15:15)

Es werden Spenden benötigt: Verein zur Förderung der Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen e.V., Hamburger Sparkasse; BLZ: 200 505 50; Kto-Nr.: 126 8134 259, Stichwort: Kevin

 


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