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Mehr als zwei Monate vor dem angesetzten Termin beginnen die Behörden offenbar mit Schikanen gegen antifaschistische Protestaktionen, mit denen Augsburger Linke eine angekündigte Zusammenrottung von Neofaschisten verhindern wollen. Nach der Anmeldung einer antifaschistischen Demonstration durch die bayerische Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) unter der Losung „Nazigedenken blockieren“, wurde der örtliche SDAJ-Vorsitzende Matthias Hör jetzt vom Bürgeramt gewarnt. „Das Thema des angezeigten Demonstrationszuges vermittelt den Eindruck, dass eine mögliche Veranstaltung der NPD in jedem Fall blockiert werden soll. Beide Sachverhalte, nämlich der Aufruf zu Blockaden bzw. mögliche Blockaden eines Demonstrationszuges, stellen sich als Straftatbestand dar“, heißt es in dem Schreiben.
Hör unterstreicht, dass die SDAJ sich nicht einschüchtern lassen werde. „Wir werden das Schreiben ignorieren. Die SDAJ Augsburg und ich als Einzelperson rufen öffentlich zur Blockade des Nazigedenkens am 26.2.2011 auf. Es ist ein Aufruf zum friedlichen zivilen Ungehorsam, ein Aufruf an alle Augsburgerinnen und Augsburger, sich nicht länger mit den jährlich stattfindenden Naziaufmärschen in unserer Stadt abzufinden und ein Aufruf, diese mit friedlichen Mitteln und unter allen Umständen zu verhindern!“ Er trage als Versammlungsleiter bei der Demonstration die Verantwortung dafür, dass aus ihr heraus keine Straftaten verübt werden. Es könne jedoch nicht sein, dass es „in diesem Land, trotz seiner Vergangenheit und des Potsdamer Abkommens, eine Straftat darstellen soll, einen Naziaufmarsch mit friedlichen Mitteln verhindern zu wollen“, so Hör.
Seit Jahren ziehen in Augsburg immer wieder am letzten Samstag im Februar Faschisten durch Augsburg, um ähnlich wie in Dresden die Opfer der alliierten Bombenangriffe auf Augsburg während des Zweiten Weltkriegs für ihre menschenverachtende Hetze zu missbrauchen. Zahlreiche Organisationen wie die VVN-BdA, der DGB, das Bündnis für Menschenwürde, Parteien, der Stadt Augsburg bis hin zu den „FCA-Fans gegen rechts“ und eben der SDAJ haben zahlreiche Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet, um alle möglichen Orte in der Innenstadt zu belegen und so frühzeitig eine Anmeldung des Naziaufmarsches und somit auch ihre Demo zu verhindern.
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