| Streikwelle erfasst Berlin - Busse, U-Bahn und Tram ab Mittwoch dicht | | Drucken | |
| Berlin |
| Dienstag, den 04. März 2008 um 12:32 Uhr |
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In Berlin haben heute die Beschäftigten der Wasserbetriebe und der Berliner Stadtreinigung mit Betriebsbeginn die Arbeit niedergelegt. Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilt, beteiligen sich nahezu alle Beschäftigten an dem Ausstand, mit dem die Gewerkschaft Druck für die geforderte Gehaltserhöhung von acht Prozent machen will. Unterstützt wird der Warnstreik durch Beschäftigte der Senatsverwaltungen, der Arbeitsagentur und der Rentenversicherung. Die Beschäftigten aus diesen Dienststellen wollen mit ihrer Beteiligung auf ihre parallel laufende Tarifauseinandersetzung mit dem Berliner Senat und ihren Arbeitgebern hinweisen.
Sämtliche Schleusenanlagen auf den Wasserstraßen in Berlin und Brandenburg werden in der Zeit von 6:00 bis 13:00 Uhr bestreikt; darunter die Berliner Schleusen Mühlendamm/Neue Jüdenstraße, Spandau, Charlottenburg, Plötzensee und Fürstenwalde, die Brandenburger Schleuse und Schleuse Wusterwitz in Brandenburg und das Schiffshebewerk in Niederfinow sowie die Schleuse Hohensaaten an der Grenze zu Polen. Morgen früh um 3 Uhr morgens beginnt dann der unbefristete Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und Berlin Transport, nachdem in der vergangenen Woche fast 97 Prozent der ver.di-Mitglieder bei der Urabstimmung für den Streik gestimmt hatten. Ver.di kündigt an, dass dann alle Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen auf den Betriebshöfen bleiben werden. Auch die Verwaltung und die Werkstätten werden bestreikt. Bei der Technik beginnt der Streik schon Dienstag Nacht. Der Ausstand soll Angaben des "Tagesspiegel" zufolge zunächst bis Freitag kommender Woche andauern und dann eventuell über die Ostertage ausgesetzt werden. Das wäre der längste Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben seit den 20er Jahren. Für einen Notverkehr kann die BVG nur die rund 100 Busse von privaten Unternehmen einsetzen, die regulär im BVG-Auftrag Linien befahren, die dadurch ausfallen. Für den normalen Betrieb setzt die BVG sonst täglich mehr als 1200 Busse ein. Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler kündigte gestern an, dass die Gewerkschaft alle drei Tage die Streiktaktik überprüfen werde. Man werde auf jeden Fall flexibel handeln können. Zum ersten Mal wolle man sich am Donnerstag wieder zusammensetzen. Bäsler erklärte den harten Kurs von Verdi damit, dass die Gewerkschaft ein deutliches Signal in Richtung BVG-Vorstand geben wolle. Dort sei nämlich das Ergebnis der Urabstimmung von 96,9 Prozent für den Streik angezweifelt worden, was unter den Beschäftigten für Empörung gesorgt habe. Durch den kompletten Ausstand werde man zeigen, wie kampfbereit die Beschäftigten seien. Die in Berlin mitregierende Partei "Die Linke" äußerte sich zu dem bevorstehenden Streik zunächst nicht, auch bei ihrem Koalitionspartner SPD herrschte Schweigen. Die "Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr" (BASG), in dem sich die Gegner der Vereinigung von PDS und WASG zusammengeschlossen haben, stellt sich hingegen klar auf die Seit der BVG-Beschäftigten: "Das jetzige 'Angebot' von Rot-Rot ist eine volle Provokation: Keine Lohnerhähung für die weit über 90 Prozent Altbeschäftigten und sechs Prozent mehr Lohn für den kleinen Teil der Neueingestellten. Das bedeutet: 19 von 20 Beschäftigten der BVG sollen leer ausgehen. (...) Wenn es der LINKEN nicht gelingt, sich gegen die SPD in der Koalition durchzusetzen, wird sie in einem Streik der KollegInnen im Öffentlichen Dienst und bei der BVG erneut auf der Seite der Arbeitgeber anstatt auf der Seite der Beschäftigten stehen." Neuere Artikel:
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