Donnerstag, 29. Januar 2015

Fidel CastroJulian Assange, ein Mann, den bis vor wenigen Monate nur sehr Wenige auf der Welt gekannte haben, beweist, dass das mächtigste Imperium, das je in der Geschichte existiert hat, herausgefordert werden kann.

Die kühne Herausforderung kam nicht von einer rivalisierenden Supermacht, von einem Staat mit mehr als hundert Atomwaffen, von einem Land mit Hunderten Millionen Einwohnern, von einer Nationengruppe mit riesigen Naturressourcen, auf die die Vereinigten Staaten nicht verzichten können, oder von einer revolutionären Doktrin, die in der Lage wäre, das auf Ausplünderung und Ausbeutung der Welt basierende Imperium bis auf die Grundfesten zu erschüttern.



Es war eine einzige Person, von der man in der Presse kaum gehört hatte. Obwohl er bereits berühmt ist, weiß man wenig von ihm, außer die sehr ausgeschlachtete Beschuldigung von Liebesbeziehungen mit zwei Damen ohne die in Zeiten von HIV angebrachten Vorsichtsmaßnahmen. Es wurde noch kein Buch über seine Herkunft, seine Ausbildung oder seine philosophischen und politischen Ideen geschrieben.

Man kennt auch nicht die Beweggründe, die ihn zu dem umfassenden Schlag brachten, den er dem Imperium versetzte. Man weiß nur, dass er es moralisch in die Knie gezwungen hat.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass der »Gründer von Wikileaks im Gefängnis bleibt, obwohl er Freilassung auf Kaution erreicht hat. (...) Er muß hinter Gittern bleiben, bis der von Schweden präsentierte Einspruch entschieden wurde. Dieses Land fordert seine Auslieferung wegen angeblicher Sexualdelikte.«

»...Die Anwältin, die den schwedischen Staat repräsentiert, (...) kündigte ihre Absicht an, die Entscheidung für seine Freilassung anzufechten.«

»...Richter Riddle legte als Bedingungen die Zahlung einer Kaution von 380.000 Dollar, die Benutzung einer elektronischen Fußfessel und die Einhaltung einer Ausgangssperre fest.«

Die selbe Meldung informierte, dass er im Fall der Freilassung »...in einem Anwesen von Vaughan Smith wohnen muß, seinem Freund und Präsidenten des Frontline Club, dem Londoner Journalistenclub, in dem Wikileaks seit Wochen seinen Befehlsstand aufgeschlagen hat...«

Assange erklärte: »Meine Überzeugungen wanken nicht. Ich stehe treu zu den Idealen, die ich ausgedrückt habe. Wenn dieser Prozess etwas geschafft hat, dann meine Überzeugung zu verstärken, dass diese wahrhaftig und richtig sind...«

Der mutige und brillante nordamerikanische Filmemacher Michael Moore erklärte, dass er Wikileaks seine Homepage, seine Server, seine Domainnamen und alles, was er zur Verfügung stellen könne, angeboten habe, um »Wikileaks am Leben und erfolgreich zu halten, während es weiter daran arbeitet, Verbrechen aufzudecken, die im Geheimen geplant und in unserem Namen und mit unseren Steuerdollar ausgeführt wurden...«

Assange, so Moore, »erleidet einen so erbarmungslosen Angriff (...) weil er diejenigen beschämt hat, die die Wahrheit verborgen haben.«

»...Unabhängig davon, ob Assange schuldig oder unschuldig ist, (...) hat er das Recht, dass seine Kaution bezahlt wird und er sich verteidigen kann. (...) Ich habe mich deshalb den Filmemachern Ken Loach und John Pilger und der Schriftstellerin Jemima Jan angeschlossen und Geld für die Kaution angeboten.«

Der Beitrag von Moore beläuft sich auf 20.000 Dollar.

Das Sperrfeuer der nordamerikanischen Regierung gegen Wikileaks ist so brutal gewesen, dass Umfragen von ABC News/Washington Post zufolge zwei von drei US-Amerikanern Assange vor die Gerichte der Vereinigten Staaten stellen wollen, weil er die Dokumente verbreitet hat. Niemand hat sich hingegen getraut, die Wahrheiten anzuklagen, die sie enthalten.

Details des von den Wikileaks-Strategen ausgearbeiteten Plans sind unbekannt. Man weiß, dass Assange in großem Umfang Depeschen an fünf transnationale Informationskonzerne verteilt hat, die derzeit das Monopol über viele Nachrichten haben, darunter solche Söldner, Reaktionäre und Profaschisten wie die spanische PRISA und der deutsche Der Spiegel, die diese nutzen, um die revolutionärsten Länder anzugreifen.

Die Weltmeinung wird alles genau verfolgen, was im Zusammenhang mit Wikileaks passiert.

Über der rechten schwedischen Regierung und der kriegerischen NATO-Mafia, die so gern auf die Pressefreiheit und die Menschenrechte verweisen, lastet die Verantwortung dafür, ob man die Wahrheit über die zynische Politik der USA und ihrer Verbündeten kennen wird oder nicht.

Die Ideen können mächtiger sein als die Atomwaffen.


Fidel Castro Ruz
14. Dezember 2010
21.34 Uhr

Quelle: cubadebate.cu / Übersetzung: RedGlobe



 

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