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DKP Berlin: Chaos bei S-Bahn ist Konsequenz aus Börsenfieber und Privatisierungswahn | Drucken |  E-Mail
Berlin
Montag, den 20. Juli 2009 um 18:19 Uhr
Die Berliner DKP sieht in den chaotischen Zuständen bei der Berliner S-Bahn die logische Konsequenz aus dem Börsenfieber und Privatisierungswahn aller Bundesregierungen der vergangenen zwanzig Jahre. „Wer öffentliche Infrastruktur dem Privatstreben privater Konzerne unterwirft, braucht sich nicht zu wundern, wenn diese auch so gehandhabt wird“, kritisiert Rolf Meier, der auf der Landesliste der Berliner DKP für den Bundestag kandidiert.

In Großbritannien und auf dem amerikanischen Kontinent habe sich bereits gezeigt, welche verheerenden Auswirkungen die Privatisierung gerade von Bahn- und anderen öffentlichen Verkehrsunternehmen hat. „Die Sicherheit bleibt auf der Strecke, der Komfort wird schlechter, Beratung gibt es nicht mehr, Pünktlichkeit ist ein Fremdwort. Dafür steigen die Fahrpreise, die genau von den Menschen bezahlt werden müssen, die eben nicht über Dienstwagen mit Chauffeur verfügen“, so Meier weiter.

Besonders sauer stößt dem DKP-Kandidaten auf, dass ein Großteil der aus den öffentlichen Haushalten Berlins – also durch die Steuerzahler – an die S-Bahn bezahlten Zuschüsse direkt in die Kassen der Deutschen Bahn AG weitergegeben wird. „Dort werden dann die Bilanzen aufgehübscht, damit die DB beim Börsengang ein profitables Filetstück ist“, so Meier. „Das bedeutet, dass öffentliche Gelder privaten Konzernen mal wieder direkt als Geschenk angeboten werden.“

Die einzige Lösung sowohl für die krisengeschüttelte Deutsche Bahn AG wie auch für ihr Tochterunternehmen S-Bahn Berlin ist seiner Ansicht nach ein endgültiger Verzicht auf Privatisierung und Börsengang. „Wenn die Bundesregierung von den Menschen dieses Landes Mobilität verlangt, muss sie auch dafür Sorge tragen, dass diese Mobilität möglich ist. Anstatt mit der Abwrackprämie den Autowahn anzuheizen, muss endlich in gute Bahnverbindungen in alle Teile des Landes investiert werden. Die Hochgeschwindigkeits-Besoffenheit hat dazu geführt, dass Manager zwar in Rekordzeit von Berlin nach München oder zum Frankfurter Flughafen kommen,  aber z.B. Verwandtenbesuche in Brandenburg, Mecklenburg oder Thüringen kaum noch ohne Riesenaufwand möglich sind.“

„Eine gute Bahn und ein guter öffentlicher Nahverkehr im ganzen Land sind der einzig wirkliche Gewinn, der in diesem Bereich möglich ist“, so Meier abschließend.

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