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Ziegenhals: Abriss der Thälmann-Gedenkstätte hat begonnen - Initiative ruft zum Protest auf | Drucken |  E-Mail
Brandenburg
Montag, den 03. Mai 2010 um 22:51 Uhr

Abrissarbeiten in Ziegenhals»Mit Wut und Empörung« hat der Freundeskreis »Ernst-Thälmann-Gedenkstätte« e. V. Ziegenhals am Montag feststellen müssen, dass die Kiesewetter GmbH aus Storkow mit dem Abriss der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte begonnen hat! Seit Jahren hatten sich die Aktivisten des Freundeskreises für den Erhalt des denkmalgeschützten früheren »Sporthauses Ziegenhals« eingesetzt. Hier  hatte der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann am 7. Februar 1933, wenige Tage nach der Machtübernahme durch die Hitler-Faschisten, zum letzten Mal zu seinen Genossen sprechen können. Seit 1953 beherbergte das Haus eine Ausstellung und Gedenkstätte für dieses Ereignis, das als Beginn des antifaschistischen Widerstandskampfes der illegalen KPD gilt.

Der Freundeskreis kritisiert, dass der Eigentümer des Gebäudes, ein Ex-Ministerialbeamter, »seine Schandtat eine Woche vor dem 65. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus in Europa vollziehen und eine einzigartige antifaschistische Gedenkstätte abreißen lassen« will. »Ein Skandal, den wir nicht hinnehmen werden! Ein Skandal, der auf all jene politische Verantwortlichen im Land Brandenburg  zurückfällt, die in den vergangenen Jahren entweder passiv blieben, was die Vorgänge um Ziegenhals betrifft, oder sich direkt schützend vor diesen Denkmalschleifer stellten und ihn damit ermutigten! Nach ihrer Niederlage vom 1. Mai in Berlin dürfte es nur im Sinne der Nazis sein, wenn eine antifaschistische Gedenkstätte,, die an die erinnert, die nichts unversucht ließen, um dem menschenverachtenden Faschismus allen erdenklichen Widerstand in den Weg zu stellen, zerstört wird.«

Vor einigen Stunden haben die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Friedrich Wolff und Partner ein Eilschutzantrag gestellt, um den Abriss sofort zu Stoppen. Parallel ruft der Freundeskreis dazu auf, am Dienstag, 4. Mai 2010, um 9 Uhr nach Ziegenhals vor die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte zu kommen, »um unseren Protest gegen diesen staatlich sanktionierten Vandalismus zum Ausdruck zu bringen«.

Die Organisation weist außerdem darauf hin, dass der derzeitige Eigentümer des Gebäudes am Mittwoch, 5. Mai, ab 17.30 Uhr in der Humboldt-Universität in Berlin, Unter den Linden 9 (Raum 144, sog. »Kommode«) eine Vorlesung zum Thema »Aktuelle Fragen des Bauordnungsrechts unter besonderer Berücksichtigung der Bauordnung des Landes Brandenburg« halten wolle. »Während also eine Firma ein antifaschistisches Denkmal niederreißt, will der Denkmalschleifer über Bauordnungsrecht dozieren«, schreibt die Initiative.

Weitere Informationen über die Gedenkstätte: www.etg-ziegenhals.de

 

Kommentare 

 
-1 #3 2010-05-11 15:51
Die Ernst Thälmann Gedenkstätte und das Grundstück hätten niemals von der Treuhand verkauft werden dürfen. Weder Eingungsvertrag noch Treuhandgesetz sowie Grundgestz erlauben es, kommunales Eigentum bzw. Eigentum von Vereinen und Parteien zu verkaufen. Was die Treuhand sonst noch illegal bzw. krimineller Weise verkauft hat, ist insgesamt dringend zu untersuchen. Die Archive müssen endlich geöffnet werden.
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+1 #2 2010-05-04 07:43
Vor etwas mehr als einer Stunde habe ich mit Herrn Kiesewetter gesprochen. Nach seinen Angaben weiß er nichts von einem "Eilschutzantrag " und es würde "eh nichts mehr stehen". Vor einer viertel Stunde bekam ich einen Rückruf einer der Rechtsanwältinn en, der Gedenkraum steht noch und der Eilantrag ist gestellt. Der weitere Abriss muss gestoppt werden. Es bleibt zu hoffen, dass der "neue Eigentümer" ... darf man G.G. immer noch nicht beim Namen nennen? Endlich so richtig eine vor den Latz bekommt.
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+2 #1 2010-05-04 07:17
Mit großer Empörung haben wir von der Zerstörung der Enst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals Kenntnis genommen. Als eine der Stätten des antifaschischen Widerstandskamp fes stand die Gedenkstätte unter Denkmalschutz.
Wir stehen noch unter dem Eindruck einer großen Manifestation der Cap-Arkona- Gedenkveranstal tung für die 7000 Toten, Häftlinge verschiedener Konzentrationsl agern, die kurz vor der Befreiung am 3. Mai 1945 in der Lübecker Bucht mit der Bombardierung der Schiffe Cap Arkona und Thielbeck zu Tode gekommen sind, die gestern am 3. Mai in Pelzerhaken mit mehreren Hundert Teilnehmern unmittelbar an der Ostsee stattfand. Wohlfeile Reden vom Landesminister Prof. Dr.Klug und Bürgermeister Henning Reimann gehalten ohne das Wort Faschismus und Kapital zu verwenden, ist die Begleitmusik zur "Entsorgung" der geschichtlichen Wahrheit wenn nicht Zeitzeugen oder deren Nachkommen und deren Organisationen wie die VVN/BdA die Wahrheit über die Verbrechen verbreiten. Der große Kranz, den Vertreter des Deutsche Freidenker-Verband, Landesverband Nord an dem Mahnmal der Gedenkstätte niedergelegt haben, hatte die Inschrift NIE WIEDER KRIEG,NIE WIEDER FASCHISMUS.
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