| Renate Grieger soll Bürgermeisterin werden - DKP will mehr als 12 Prozent | | Drucken | |
| Hessen |
| Donnerstag, den 05. März 2009 um 11:06 Uhr |
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Neben Amtsinhaber Karl Hartmann (SPD) und Michael Wend (parteilos, von der CDU unterstützt) tritt im hessischen Reinheim auch Renate Grieger von der DKP bei der Bürgermeisterwahl am 26. April an. Einstimmig wurde sie von der örtlichen DKP-Mitgliederversammlung zur Kandidatin gewählt. In ihrer Antrittsrede unterstrich sie, dass die Kommunisten nach einer erfolgreichen Kommunalwahl »als eigenständiger Faktor in der Kommunalpolitik« eine »wählbare Alternative« zu den beiden anderen Bewerbern sein wollen.
Reinheim ist eine Hochburg der Kommunisten, und auch Grieger ist keine Unbekannte in der Reinheimer Kommunalpolitik. Sie war für die DKP als Ortsbeirätin und Stadtverordnete aktiv. Nach der Kommunalwahl 2006 wurde sie als Stadträtin in den Magistrat gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl 2003 kam Grieger für ihre Partei auf 12 Prozent der Stimmen, eine Steigerung um fast fünf Prozentpunkte gegenüber 1997. »Wir arbeiten daran, dass dieser Trend sich fortsetzt«, schreibt die DKP auf einer speziell für den Wahlkampf eingerichteten Homepage (www.buergermeisterin.dkp-reinheim.de). »Wenn sich die Finanzkrise zur Wirtschaftskrise entwickelt, dann werden wir uns mit den sozialen Problemen als Folge verstärkt zu beschäftigen haben. Und gerade, wenn der Kapitalismus sein ungeschminktes Gesicht zeigt, ist die Alternative der Kommunisten angesagt«, betont Grieger. Sozialpolitik werde deshalb ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Kommunalpolitik sein. Die in Reinheim geborene Renate Grieger schreibt in ihrer persönlichen Vorstellung auf der Homepage, sie sei »von Haus aus« politisch interessiert: »Schon als Kind bekam ich mit was es hieß, einen Kommunisten als Vater zu haben. Als mein Vater nach dem Verbot der Kommunistischen Partei verhaftet wurde, habe ich als Kind hautnah mitbekommen, wie eine Hausdurchsuchung stattfand. Wie abends nach 22.00 Uhr in meinem Kinderzimmer unter mein Bett geleuchtet wurde, wie mein Kleiderschrank durchsucht wurde. Natürlich stellte ich Fragen. Neugierig war ich schon immer. Besonders peinlich war mir als die Rektorin der Schule in Reinheim in meine Klasse kam und mitteilte, dass mein Vater verhaftet wurde. Er sei kein Verbrecher, sondern alles hätte politische Gründe. Die Kinder sollten mir gegenüber solidarisch sein, bat sie.« 1977 wurde sie zum ersten Mal für die DKP in den Ortsbeirat in Reinheim gewählt. Seit über 20 Jahren betreibt sie die »Bücherstube in Reinheim«, bei vielen im Ort bekannter als der »Kommunistenladen«. Neuere Artikel:
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