| Christel Wegner: " Ich will eine sozialistische Demokratie!" | | Drucken | |
| Niedersachsen |
| Mittwoch, den 20. Februar 2008 um 11:08 Uhr |
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In einem persönlichen Schreiben hat sich die niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner (DKP) an die Wählerinnen und Wähler ihres Wahlkreises gewandt und ihre Sicht auf die Ereignisse dargelegt, die am Montag zu ihrem Ausschluß aus der Landtagsfraktion der Partei "Die Linke" geführt haben. Da Christel Wegner trotz des großen Medienechos kaum eine Gelegenheit bekommen hat, selbst ihre Sicht der Dinge darzulegen, dokumentieren wir nachstehend das Schreiben.
18.02.08 Persönliche Erklärung an die Wählerinnen und Wähler meines WK Liebe Freunde, Genossen, Bekannte und Kollegen, liebe Wählerinnen und Wähler, die mir und der LINKEN ihre Stimme und ihr Vertrauen gegeben haben. Ich melde mich erst jetzt, weil die neueste Entwicklung es notwendig macht. Mit meinem Ausschluss aus der Fraktion DIE LINKE. im Nds. Landtag sowie dem Entzug des Gästestatus möchte ich allen interessierten Menschen schildern, wie es aus meiner Sicht zu der Darstellung in den Medien kam. Noch während des Wahlkampfs trat der NDR an mich heran und bat darum, ein Interview mit mir aufzeichnen zu dürfen, ohne Nennung, dass es sich um einen Panorama-Beitrag handeln würde. Erst in einem folgenden Fax wurden mir die Bereiche genannt, um die es im Interview gehen solle, nämlich „die Bedeutung der DKP in Deutschland“ und meine “Erfahrungen in der DKP“. Aus diesem Fax ging auch erstmals hervor, dass es sich um einen Beitrag zu „Panorama“ handeln solle. In dem ca. einstündigen Interview ging es dann tatsächlich fast ausschließlich um den Themenkreis DDR. Es kam keine einzige Frage zur Landespolitik der Partei DIE LINKE. Nur zu den Unterschieden zwischen den Zielsetzungen von der Partei DIE LINKE. und der DKP wurde eine Frage gestellt. Übrigens wurde eine Autorisierung des Beitrags durch mich von Panorama mit dem Hinweis auf „die Pressefreiheit“ abgelehnt. Da ich keinen Anlass sah, einem so angesehenen Magazin zu misstrauen, habe ich mich zu dem Interview bereit erklärt. Das bedaure ich jetzt natürlich zutiefst, musste ich doch eine sehr unseriöse Form bundesdeutschen Journalismus erleben. Mit der dpa-Meldung vom 14.02. wurde eine Behauptung in die Welt gesetzt, die weder durch die Sendung noch sonst wie bewiesen wurde. Es ging m.E. nur darum, Stimmung zu machen. Es wurde behauptet, ich sei für die Wiedereinführung der Stasi und der Mauer. Wer die Sendung dann verfolgen konnte, hörte von mir nicht ein Mal das Wort „Stasi“, oder dass ich sie wiederhaben will. In aller Deutlichkeit: ich will nicht die Stasi zurück! Ich bezog mich auf die Zukunft und das Recht eines jeden Staates, für seine Sicherheit zu sorgen. Ich will eine sozialistische Demokratie, in der alle Menschen in demokratische Prozesse einbezogen sind, in der Repression und Bespitzelung überflüssig sind. Panorama hat hier mit wenig Fakten und vielen Schnitten und Kommentaren einen völlig falschen Eindruck erweckt. Nachträglich bedauere ich, dass ich das Interview nicht abgebrochen habe. Ich habe mich verpflichtet gefühlt, Rede und Antwort zu stehen, ich wollte nicht den Eindruck machen, ich würde „kneifen“. Seit dem 14.02. wurde ich am Telefon terrorisiert, von hasserfüllten e-mails überschwemmt, von Fernsehteams belagert, meine Nachbarn wurden von der Presse befragt, (es wurde auch Bezahlung angeboten ), meine ehemalige Arbeitsstätte besucht und dort Beschäftigte nach mir befragt. Nachbarn wurden von der Kriminalpolizei angerufen und gebeten zwecks .Auskunfterteilung über mich zur Polizei zu kommen, was von ihnen empört abgelehnt wurde. Heute nun hat mich die Fraktion DIE LINKE. im Nds. Landtag aus der Fraktion ausgeschlossen und mich aufgefordert, mein Mandat zurück zu geben. Das habe ich abgelehnt, weil ich mich den Wählerinnen und Wählern verpflichtet fühle, die mich als DKP-Mitglied auf der Liste DIE LINKE in den Landtag gewählt haben. Ich bin den Menschen verpflichtet, denen ich im Wahlkampf das Versprechen gegeben habe, mich für die Umsetzung des Landtagswahlprogramms der Partei DIE LINKE. in Niedersachsen einzusetzen. Ich bin den Menschen verpflichtet, die für Niedersachsen eine andere, sozial orientierte Politik, wollen. Christel Wegner Neuere Artikel:
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