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NRW
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Sonntag, den 12. Februar 2012 um 21:08 Uhr |
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Der vermutlich unbeliebteste Bürgermeister Deutschlands ist aus dem Amt gewählt worden. In einem Volksentscheid haben die Bürger Duisburgs heute OB Adolf Sauerland abgewählt. Medienberichten zufolge war das Ergebnis eindeutig: Mehr als 129.000 Menschen stimmten für die Abwahl des CDU-Politikers, die von einem breiten Bündnis angestrebt worden war. Notwendig wären 92.000 Stimmen gewesen. Nur 21.500 Wähler sprachen sich demnach für einen Verbleib Sauerlands aus.
Hintergrund des Volksbegehrens und der nun erfolgten Abwahl war die Katastrophe um die »Loveparade« im Sommer 2010, als im Gedränge in einer Unterführung, die der einzige Zugang zum Festgelände war, 21 junge Menschen ums Leben kamen. Offenbar aus dem Ehrgeiz heraus, das Megaereignis unbedingt in seine Stadt zu holen, hatte es im Vorfeld massive Versäumnisse und Pannen gegeben. Zudem warfen Opfer und Angehörige der Getöteten Sauerland völliges Versagen nach dem Unglück vor. Dieser wollte keine Versäumnisse einsehen und klammerte sich bis zuletzt an seinen Sessel - gestützt zuletzt praktisch nur noch von seiner CDU.
Die Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung kommentiert: »Die Duisburger können stolz auf eine erfolgreiche Bürgerbewegung sein, der es darum ging, Ehre und Ansehen ihrer Stadt wiederherzustellen. Nach dem Desaster der Loveparade hatte ihr Oberbürgermeister bereits sein Amt moralisch verloren. Zu keinem Zeitpunkt hat er den Opfern und Angehörigen wirklichen Respekt erwiesen. Dem Entsetzen und der Trauer, die Duisburg bis heute in seinem Lebensgefühl erschüttert hat, konnte er kein Gesicht geben. Peinlich und würdelos war stattdessen, wie er sich an sein Amt klammerte. (...) Für viele Menschen war das persönliche Versagen von Adolf Sauerland symptomatisch für eine Politikerkaste, die Macht über Moral setzt. Auch deshalb ist seine Abwahl ein wichtiges Zeichen: Mündige Bürger wehren sich gegen das Versagen ihrer Repräsentanten.«
Und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung stellt fest: »Adolf Sauerland wird dereinst als erster Oberbürgermeister in den Geschichtsbüchern stehen, den sein eigenes Stadt-Volk abgewählt hat. Nicht einmal knapp, sondern ausgesprochen konsequent: Sauerland konnte nicht mehr seine vornehmste Pflicht erfüllen, das Gesicht seiner Stadt zu sein. Das haben die Menschen seit langem gespürt. Sein politisches Ende ist gerecht, sein Rückzug ins Private ohne Alternative.«
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