| Dank Attac: »Die Zeit« bringt Meldungen aus der Zukunft | | Drucken | |
| Medien |
| Sonntag, den 22. März 2009 um 02:28 Uhr |
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Am 21. März haben in rund 100 Städten Attac- und weitere Aktive konzertiert eine ganz besondere Ausgabe der Wochenzeitung »Die Zeit« unter die Leute gebracht. Die Ausgabe ist datiert auf den 1. Mai 2010 und enthält Nachrichten aus einer Welt nach der Krise - über Krisenfolgen, die wir uns wünschen! Allein 150.000 Exemplare werden an dem Wochenende auf Plätzen, in Straßen, Kneipen und sonstigen öffentlichen Orten verteilt oder ausgelegt. Dank einer Kooperation mit der Tageszeitung taz wird das Plagiat außerdem deren Montagsausgabe vom 23. März beiliegen - rechtzeitig also vor den großen Demos in Frankfurt und Berlin: »Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft!«
In dem Editorial der gefälschten »Zeit« heißt es: »Sie werden sich wundern, dass in dieser Ausgabe der ZEIT manches anders ist als sonst. Nicht nur die großen Veränderungen in der Welt haben uns dazu bewogen, sondern auch Veränderungen in unserer Redaktion und unserem Selbstverständnis. Unsere Philosophie war lange: Meinungen gestalten statt investigativ zu berichten. Auch wenn wir hin und wieder fundierte Artikel über die Klimakatastrophe oder Ausbeutungsverhältnisse in der globalisierten Wirtschaft brachten, so haben wir uns doch mehr als Teil der Macht verstanden denn als ihr kritischer Gegenpart. So erklärt es sich auch, dass unsere Chefredakteure und ich als stellvertretender Chefredakteur in zahlreichen Elitezirkeln vertreten waren, die die Öffentlichkeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Ich selbst habe seit 1997 an den sogenannten Bilderberg-Konferenzen teilgenommen, in denen sich Persönlichkeiten wie Josef Ackermann, Henry Kissinger, Klaus Zumwinkel, Paul Wolfowitz und viele andere treffen, um darüber zu diskutieren, welches Schicksal sie der Welt zudenken wollen. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit dürfen auch eine Reihe von Medienvertretern dem erlauchten Kreis angehören. Sie sehen: Die Idee der „embedded journalists“ gibt es nicht nur im Irak. Ich habe jedes Jahr teilgenommen und kein einziges Mal darüber berichtet. Heute frage ich mich, wie wir damals zu einer solchen Verletzung von journalistischem Ethos fähig waren...« »Die Zeit« und ihr Internet-Ableger »Zeit Online« zeigten sich von der Aktion beeindruckt und verlinkten zu der gefälschten Online-Ausgabe www.die-zeit.net. Sie kommentieren: »Die beiden Chefredaktionen und Geschäftsführungen von ZEIT ONLINE und DIE ZEIT wussten nichts von dieser Aktion, wir sind aber beeindruckt von der Qualität der Kopien. Mein Kollege Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Printausgabe, sagte: “Fälschungen der ZEIT können wir natürlich nicht gutheißen, zumal nicht in dieser hohen Qualität. Am meisten staune ich aber über den großen Aufwand, den man sich hier geleistet hat. Schön, dass es wenigstens Attac in der Krise noch gut geht.”« Die Attac-Version von »Zeit Online« mit einer PDF-Version der gefälschten »Zeit« gibt es unter www.die-zeit.net Neuere Artikel:
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