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Die Kapitalistenklasse sieht sich wieder einmal vor der schwersten Krise seit 1929 und vergisst allzu gerne, wie sie eben diese, ihre Krise von 1929 mit der Förderung des Hitler-Faschismus in trockene Tücher bringen wollte und getan hat. Als einheitlich agierende Klasse ist sie als strahlende Gewinnerin aus der damaligen Krise wieder aufgeblüht – Wirtschaftswunder, Exportweltmeister. Der deutsche Imperialismus steht wieder an der Spitze des weltweit agierenden Kapitals.
Zur Sicherung des „Standorts Deutschland“, als alternativlose Zielsetzung wird die „deutsche Schicksalsgemeinschaft“ (Kinkel) angerufen. Ein drohender Verlust der globalen Wettbewerbsfähigkeit wird wie ein Menetekel an die Wand gemalt. Wir sind eben eine „Schicksalsgemeinschaft“ - die Plusmacherei der Kapitalisten muss kontinuierlich befördert werden. Unter dieser Prämisse werden die in über hundert Jahren durch die Arbei-terklasse erkämpften sozialen Errungenschaften, wie Krankenversicherung (1883), Unfallversicherung/Krankengeld (1884), Invaliden- und Rentenversicherung (1889) usw. hinweggefegt und alles Solidarische zerschlagen. Der drohende tendenzielle Fall der kapitalistischen Profitrate darf nicht wirksam werden, dafür muss der Widerstand der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten niedergehalten werden..
Da gibt es segensreiche Hilfsmittel, um die Arbeiterklasse zu spalten und auseinander zu dividieren, um eine einheitliche Gegenwehr auszuschalten. Es gibt nur prekäre Beschäftigungsverhältnisse, immer mit der latenten Drohung, in der verunglimpfenden und demütigenden Hartz-IV-Falle zu landen. Das Heer der Arbeitslosen wird als Tag tägliches Druckmittel instrumentalisiert. „Der stumme Zwang der ökonomischen Verhältnisse besiegelt die Herrschaft des Kapitalisten über den Arbeiter.“, über die Menschen (Karl Marx), solange sie sich mit diesem stummen Zwang abfinden. „Solange das Geschäft flott geht, ist der Kapitalist zu sehr in die Plusmacherei vertieft, um die Gratisgabe der Arbeit zu sehen. Gewaltsame Unterbrechungen des Arbeitsprozesses, Krisen, machen sie ihm empfindlich bemerkbar.“ (Karl Marx) Nun wird aber die von der Kapitalseite propagierte alternativlose Produktionsweise, die als naturwüchsige, alternativlose Gesellschaftsformation erscheinen soll, wird nicht mehr klag-los hingenommen. Von Griechenland bis Frankreich wehren sich Millionen Menschen gegen diese Art der barbarischen Alternativlosigkeit. Immer lauter werden die Rufe nach Alternativen zum Kapitalismus.
Das mafiöse Zusammenspiel der kapitalistischen Klasse mit ihrer Politikerkaste, dominant auftretend, zeigt Risse und Hilflosigkeit. Jedes demokratische Mäntelchen, das sie sich überwerfen, wird entzaubert. Sie stehen in ihrer pompösen Lügenverkleidung nackt da - man denke nur an Stuttgart 21. Auch wenn die Vertreter des Kapitals in biblischer Form die Demokratie preisen, wird immer offensichtlicher, dass sie selbst es sind, die die Demokratie mit Füßen treten.
Die unten wollen nicht mehr, die oben können nicht mehr?
Es muss klargestellt werden, dass die Krise einen Namen hat - Kapitalismus. Es muss über Alternativen nachgedacht werden. Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte; überwinden können wir ihn nur gemeinsam. Aus diesem Grund ist der „Heiße Herbst“ der Einheitsgewerkschaft ein Schritt in die richtige Richtung. Daraus muss aber ein Flächenbrand werden! Wir müssen lernen, was in anderen Ländern schon Normalität ist. Egal ob Arbeiter, Studierender, Schüler, Auszubildender oder Arbeitsloser, nur gemeinsam können wir den Klassenfeind niederringen. Nur gemeinsam können wir soziale Reformen erkämpfen und den Kapitalismus überwinden.
Deshalb müssen wir Forderungen stellen ohne Rücksicht auf die Interessen der Kapitalisten zu nehmen. Denn während sie uns den Krieg schon lange erklärt haben, reden Vertreter der Sozialreformer immer noch von einem partnerschaftlichen Verhältnis für „Deutschland“. So lange aber, die Produktionsmittel in den Händen einer Minderheit liegen und sie so, die Mehrheit Ausbeuten und Unterdrücken kann, so lange wird es keine Gerechtigkeit und Demokratie geben.
Aus diesem Grund fordert die DKP Aachen innerhalb des „Heißen Herbstes“:
- Ein Renteneintrittsalter von 60 Jahren. Der Mensch hat ein Recht seinen Lebensabend genießen und die junge Generation hat das Recht auf einen Arbeitsplatz. Die Rente mit 67 widerspricht hier jeglicher menschlichen Logik.
- Ein Mindestlohn von 10 Euro. Die Lebenshaltungskosten sind in den letzten Jahren gestiegen und gestiegen, die Löhne sind hinter dieser Entwicklung zurückgeblieben. Nur ein Mindestlohn von 10 Euro kann hier einen Ausgleich erbringen.
- Übernahme für Auszubildende in ihrem erlernten Beruf.
- Eine soziale Gesundheitsversorgung anstatt einer zwei Klassen Medizin.
- Abschaffung von Hartz IV und aller Repressionsmittel gegen Arbeitslose. Anstatt Menschen zu schikanieren, sollte man Arbeitsplätze schaffen.
- Schluss mit der Ausbeutung von Leiharbeitern. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
- Ein Ende der Diskriminierung von Frauen im Berufsleben.
„Wenn man unten nicht dran rüttelt, bewegt sich oben nichts“ (Karl Marx). Unsere Parole zum heißen Herbst:
Demokratie entwickeln – Kapitalismus abwickeln.
DKP Aachen Gruppenvorstand
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