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Zeitung vum Letzeburger Vollek

Piraten kommen in der Realpolitik an | Drucken |  E-Mail
Opposition
Samstag, den 03. Dezember 2011 um 17:54 Uhr

Gut vernetzte Piraten bei ihrem Parteitag. Foto: Joachim S. Müller / flickr.comMit einer Rede des Bundesvorsitzenden Sebastian Nerz ist heute in Offenbach der programmatische Bundesparteitag der Piratenpartei eröffnet worden. Auf dem basisdemokratischen Parteitag, der noch bis zum morgigen Sonntag dauert, ist jedes Mitglied eingeladen und sowohl stimm- als auch antragsberechtigt. Es sind über 1100 Mitglieder akkreditiert. Das Antragsbuch mit allen eingereichten Anträgen umfasst 849 Seiten. »Als Bundesvorstand haben wir einen Tagesordnungsvorschlag gemacht, der auf mehreren Online-Befragungen basiert, und von dem wir deshalb denken, dass er den Interessen der Mitglieder gerecht wird«, erklärt Matthias Schrade, Mitglied im Bundesvorstand. Letztendlich entscheiden jedoch die Mitglieder auf dem Parteitag über die Tagesordnung. Bereits beschlossen haben die Piraten mit einer Zweidrittelmehrheit die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Derzeit werden mehrere Anträge zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns diskutiert.

In seiner Eröffnungsrede prangerte Nerz die Entdemokratisierung der Europäischen Union insbesondere in der Eurokrise an. Den Rechtsextremismus in Deutschland bezeichnete er als großes, durch die Regierung unterschätztes Problem, dem allerdings nicht mit pauschaler Überwachung begegnet werden dürfe. Mit Blick auf die eigene Partei betonte Nerz, die mittlerweile in der Realpolitik angekommenen Piraten dürften »nicht den einfachen Weg« gehen. Sie müssten ihren Prinzipien treu bleiben, ob es nun um Transparenz im parlamentarischen Alltag oder die Priorität von Inhalten vor Außendarstellung gehe. Er rief zu einem fairen und freundschaftlichen Umgang miteinander, aber explizit nicht zu Geschlossenheit auf. »Was in der politischen Debatte fehlt, ist eine tatsächlich liberale Grundrechtspolitik! Eine Politik, die Demokratie und Grundrechte in den Vordergrund stellt. Politik mit den Bürgern und nicht für sie. Und diese Politik kann nur von uns kommen«, sagte Nerz.

»So viele Piraten erfordern natürlich auch einen großen Aufwand«, berichtet Gregory Engels, Organisator des Bundesparteitags. »Wir haben fünf Kilometer Netzwerkkabel verlegt, sämtliches Dekorationsmaterial für den Brandschutz imprägniert und fünf Paletten Mate geordert. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre das alles nicht zu schaffen!« Insgesamt gibt es in der Halle fünf Möglichkeiten des Internetzugangs. Ein großer Mobilfunkanbieter hat für die Dauer der Veranstaltung eine zusätzliche UMTS-Antenne aufgestellt. Neben DSL- und VDSL-Leitungen haben die Piraten auch eine Richtfunkstrecke zum 15 Kilometer entfernten Feldberg und eine Satellitenverbindung eingerichtet, um die Kommunikation der Mitglieder zu gewährleisten. Der gesamte Parteitag wird per Video live übertragen: hier klicken


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Kommentare 

 
+73 #4 2011-12-06 10:15
@: Calzino Rosso ######

In ihrer Aufzählung fehlt eigentlich auch noch die Partei "DIE LINKE ."
Ich war Anfangs noch froher Hoffnung ,daß sich nun endlich auch in der BRD eine linke,oppositio nelle Partei ausf den Weg macht.
Diese Hoffnung habe ich aufgegeben, für mich ist aus dieser Partei, nur noch ein Wahlverein übrig geblieben, wo an den Wahltagen die Protestler ihr Kreuz machen können/sollen.
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+76 #3 2011-12-05 22:23
Im kommunistischen Manifest schreibt Karl Marx über die Bourgeosie (Bürgertum)....


Ein Teil der Bourgeosie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern.

Es gehören hierher: Ökonomisten, Philantrophen,V erbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitso rganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsverei nsstifter, Winkelreformer der buntscheckigste n Art.
Marx hat also im kommunistischen Manifest die Entwicklung der bürgerlichen Demokratie erkannt und darauf hingewiesen, daß um den Erhalt der Macht sicher zu stellen,alle diese Organisationen potentielle Feinde des Kapitals an ihre kleinbürgerlich e Ideologie binden. Wie jeder sehen kann trifft diese Entwicklung auch auf die BRD zu....GRÜNE.... GRAUE....WASG....PIRATEN und soweiter.
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+79 #2 2011-12-05 13:32
Ich gebe Fiete_Jansen recht...Das ist schon wieder diese erbärmliche Haltung:

"Aber für die Armen müssen wir aber auch noch was tun, also fordern wir mal ein
bedingungloses Grundeinkommen"... macht sich doch immer gut!
Für die Junkies fordern wir die Freigabe aller Drogen und für die Internetfreaks die totale Freiheit im Netz.

Es ist klar das es innerhalb der "PIRATEN" eine Aufbruchstimmun g gibt und das viele Leute da sind, die in der Politik etwas ( positiv)verände rn möchten.

Wer sich aber, wie wir ja bei den Grünen deutlich sehen können, aus einer anfänglichen positiven ökologischen Protestpartei, hin zur staatstragenden Regierungsparte i entwickelt, wird in diesem Sumpf des Parlamentarismu s stecken bleiben und viel Freude an seinen Gaben finden.

Bei den "LINKEN" zeichnet sich ja nun auch schon das gleiche jammervolle Bild ab. Sie werden auch immer angepasster und verfallen diesem System. Ihnen sind die Ämter und Posten wichtiger geworden als die Politik die sie betreiben.Sie kommen auch schon so staatstragend daher. Weisen jeden Verdacht, wenn das Wort Kommunismus fällt von sich und machen sich in die Hose vor Diskusionen,wie Mauerbau,DDR oder einer lumpigen Geburtstagskart e an Fidel Castro.
Zu meiner Schande gestehe ich: Ich wähle diese Partei immer noch obwohl ich kaum noch Hoffnung auf Besserung habe.


Nun behaupten die PIRATEN von sich, nun ja auch nicht eine linke Partei zu sein. Sie sind wie sie selber sagen weder Links noch Rechts, keine Systemverändere r.
Sie sind offen für Vieles und Viele.

Von daher ist die Warscheinlichke it das sie unter die Räder des Parlamentarismu s kommen leider ziemlich groß und wird so enden wie es enden muss.
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+12 #1 2011-12-05 11:19
"Bereits beschlossen haben die Piraten mit einer Zweidrittelmehr heit die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen."

Hab ich mir fast gedacht, dass wieder welche auf diesen Trick des Kapitals reinfallen!

Wer etwas Klassenbewusste s über das "bedingungslose Grundeinkommen" lesen möchte ... hier ist der Link.

http://www.dkp-rheinland-westfalen.org/index.php?option=com_content&view=article&id=806%3Adkp-zum-bedingungslosen -grundeinkommen&catid=87%3Abericht&Itemid=71&showall=1
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